Die Union lässt die Entschuldigung von Luigi Pantisano nicht gelten. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann nannte sie eine „Unverschämtheit“ und verlangt nun Konsequenzen – bis hin zum Rücktritt des neuen Linken-Vorsitzenden.
Pantisano hatte am Rande des Bundesparteitags der Linken erklärt, es gebe „keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst“. Die Aussage löste parteiübergreifend Empörung aus. Am Montag entschuldigte sich Pantisano schriftlich und räumte ein, seine Äußerung sei „verkürzt und in dieser Form falsch“ gewesen.
Meine Aussage, es gebe derzeit keinen Unterschied zwischen der Politik der CDU und der AfD, sei verkürzt und in dieser Form falsch. Dafür bitte ich um Entschuldigung, insbesondere bei denjenigen in der CDU, die immer wieder die Notwendigkeit einer klaren Brandmauer zur AfD betonen.Luigi Pantisano (Vorsitzender der Partei Die Linke)
Doch die CDU weist die Entschuldigung brüsk zurück. Linnemann nannte sie gegenüber der „Bild“ eine „Unverschämtheit“. Es sei bezeichnend, dass Pantisano nur von einer verkürzten Darstellung spreche: „Da wäre ich ja mal gespannt auf seine Langfassung. Die Aussage von Herrn Pantisano war glasklar. Jetzt versucht er, sich mit ‚verkürzt‘ rauszuwinden.“
Von 'verkürzt' zu sprechen, ist eine Unverschämtheit. Da wäre ich ja mal gespannt auf seine Langfassung.Carsten Linnemann (CDU-Generalsekretär)
Linnemann forderte die Linke ultimativ auf, Klarheit zu schaffen: „Entweder er tritt als Vorsitzender sofort zurück oder die Meinung von Herrn Pantisano ist Parteimeinung.“ Zudem verlangte er von SPD und Grünen, sich von der Linkspartei zu distanzieren. CSU-Generalsekretär Martin Huber sprach von einem „echten politischen Skandal“, der die Opfer des Faschismus verhöhne, und verlangte ebenfalls Pantisanos sofortigen Rücktritt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte schon zuvor erklärt, jemand wie Pantisano könne „für Demokratinnen und Demokraten kein Ansprechpartner sein“.
Pantisano war am 20. Juni mit nur 53,3 Prozent der Delegiertenstimmen zum Linken-Vorsitzenden gewählt worden – ein schwaches Mandat für die Doppelspitze mit Ines Schwerdtner. Die Kontroverse überschattet nun seinen Start und stellt die ohnehin zerstrittene Partei vor eine Zerreißprobe. Ob Pantisano sein Amt behalten kann oder die Linke seine Position zur Parteimeinung erklärt, ist offen. Die nächsten Tage könnten über seine politische Zukunft entscheiden.





