10.000 Evakuierte, 4.600 Hektar zerstört: Großbrand in den Pyrenäen
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10.000 Evakuierte, 4.600 Hektar zerstört: Großbrand in den Pyrenäen

Ein außer Kontrolle geratener Waldbrand in Südfrankreich hat 10.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Zwei Schwerverletzte, zerstörte Natur und eine Tour-de-France-Etappe ohne Zuschauer – der Kampf gegen die Flammen geht weiter.

In der Nacht zum Montag erreichte die Zahl der Evakuierten in den östlichen Pyrenäen 10.000. Ein Waldbrand, der am Samstagabend nahe der Gemeinde Trévillach ausgebrochen war, hatte sich binnen Stunden zu einem Inferno entwickelt und bedrohte 26 Ortschaften. Die Präfektur rief die Bevölkerung auf, die Straßen für die Einsatzkräfte freizuhalten.

Bis zum Montagmorgen hatte das Feuer bereits rund 4.600 Hektar Wald- und Vegetationsfläche zerstört – etwa 6.400 Fußballfelder. Satellitenbilder zeigten eine acht Kilometer breite Rauchwolke über dem Gebiet zwischen Rodes und Ille-sur-Têt. Der Präfekt Pierre Regnault de la Mothe sprach von einem „gigantischen Feuer“.

Tausende auf der Flucht

Innerhalb weniger Stunden mussten die Menschen ihre Häuser verlassen. Ein Bewohner aus Trévillach, Patrice, schilderte die dramatische Lage:

Das Feuer zog bis auf 300 Meter an den Häusern vorbei. Wir waren überrascht von der Geschwindigkeit der Ausbreitung, es war beeindruckend und löste beinahe Panik aus.
Patrice, Bewohner von Trévillach

Die Evakuierten wurden in Notunterkünften und Rathäusern untergebracht. Wann sie zurückkehren können, bleibt ungewiss – die Brandbekämpfung hat absolute Priorität.

Fatale Bedingungen

Rund 700 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen, unterstützt von Löschflugzeugen und Hubschraubern. Starke, ständig wechselnde Winde, große Hitze und extreme Lufttrockenheit fachen das Feuer immer wieder an. Der Feuerwehrchef der Pyrénées-Orientales, Eric Belgioino, warnte:

Der Klimawandel ist da, wir erleben die Konsequenzen, und es ist erst Anfang Juli. Diese Saison wird lang werden für die Soldaten, die Brände bekämpfen. Sie müssen uns helfen.
Eric Belgioino, Feuerwehrchef Pyrénées-Orientales

Zwei Menschen wurden schwer verletzt: ein Feuerwehrmann und ein Anwohner. Beide schweben in Lebensgefahr, wie die Behörden mitteilten.

Tour de France ohne Zuschauer

Der Brand hat auch die Tour de France erreicht. Die 3. Etappe von Granollers nach Les Angles musste am Montag auf der französischen Seite ohne Zuschauer und Werbekarawane ausgetragen werden. Nur Fahrer und dringend benötigte Begleitfahrzeuge durften passieren. Präfekt Regnault de la Mothe betonte:

Die absolute und ganz klare Priorität ist natürlich der Schutz der Bevölkerung, des Eigentums und der Naturräume sowie die Eindämmung des Brandes.
Pierre Regnault de la Mothe, Präfekt Pyrénées-Orientales

Zuwiderhandlungen wurden mit Bußgeldern belegt.

Rekordhitze als Brandbeschleuniger

Die Feuerwalze folgt auf extreme Hitzewellen: Im Juni lagen die Temperaturen in Frankreich elf Tage lang über 40 Grad. Der Wetterdienst Météo France hat für sieben Départements im Südosten die höchste Warnstufe Rot ausgerufen, in 16 weiteren gilt Orange. Innenminister Laurent Nuñez erklärte am Morgen:

Heute Morgen verschlechtern sich die Bedingungen erneut. Heute geht der Kampf weiter.
Laurent Nuñez, Französischer Innenminister

Die Behörden untersuchen derzeit die Brandursache. Auf spanischer Seite wurde ein mutmaßlicher Brandstifter festgenommen. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist noch offen. Sicher ist: Die Saison hat gerade erst begonnen – und der Kampf gegen die Flammen wird noch lange dauern.

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