Der Fluch ist gebrochen
Alexander Zverev hat das Viertelfinale des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon gegen Taylor Fritz klar mit 6:4, 6:4, 6:2 gewonnen und damit eine jahrelange Negativserie gegen den Amerikaner beendet, wie ESPN berichtet. Erstmals in seiner Karriere erreichte der 29-Jährige das Halbfinale des prestigeträchtigen Rasenturniers.
Fritz hatte zuvor sämtliche sieben Duelle gegen Zverev für sich entschieden, darunter noch vor wenigen Wochen das Halbfinale in Halle. Im direkten Vergleich führte er mit 10:5 Siegen, zweimal bezwang er den Deutschen bereits in Wimbledon. Entsprechend groß war die Erleichterung bei Zverev.
Fritz mit schmerzverzerrtem Gesicht
Eine Schlüsselszene ereignete sich nach dem ersten Satz: Der US-Amerikaner, der zuvor die Sandplatzsaison wegen einer Knie-Tendinitis größtenteils verpasst hatte, nahm eine medizinische Auszeit. Mit eingeschränkter Beweglichkeit am rechten Knie fand Fritz danach nie mehr richtig ins Spiel.
Zverev nutzte die Situation eiskalt aus, wie BBC Sport schreibt. Er schlug im ersten Satz acht Asse, brachte 77 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld und lieferte ein nahezu fehlerfreies Match ab.
Historischer Erfolg in London
Mit dem Sieg krönte Zverev seine Aufholjagd bei seinem einstigen Lieblingsturnier, bei dem er es zuvor nie über die vierte Runde hinausgeschafft hatte. Nach zwölf Anläufen und einem wahren Achtelfinal-Krimi gegen Jiří Lehečka – das Match musste wegen der Sperrstunde auf zwei Tage verteilt werden – gelang ihm nun der Durchbruch. Er ist erst der fünfte aktive Spieler, der bei allen vier Grand-Slam-Turnieren mindestens im Halbfinale stand.
„Er hat mich zwei Jahre lang ständig geschlagen, und ich bin sehr glücklich, nach diesem endlich errungenen Sieg im Halbfinale zu stehen.“Alexander Zverev nach seinem Viertelfinalsieg
Im Halbfinale trifft Zverev nun auf den britischen Wildcard-Spieler Arthur Fery, der zuvor den Italiener Flavio Cobolli glatt besiegte. Der Deutsche zeigte sich vor dem Duell mit dem Publikumsliebling betont scherzhaft: „Es ist in Ordnung, ihr könnt alle für Fery sein – ich verstehe das und habe kein Problem damit. Für ihn ist es eine Märchengeschichte.“
Die Niederlage von Fritz bedeutet zudem, dass die Durststrecke der US-Amerikaner bei Grand-Slam-Turnieren anhält: Der letzte Major-Titel eines US-Mannes datiert von 2003.





