Haßelmann: Gendern übersteigt 'geistigen Horizont' der AfD
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Gendersprache

Haßelmann: Gendern übersteigt 'geistigen Horizont' der AfD

Mit einem Antrag wollte die AfD Gendersprache aus Bundestagsdrucksachen verbannen. Grünen-Politikerin Britta Haßelmann reagierte mit einer persönlichen Spitze und warf der Fraktion vor, das Gendern übersteige ihren geistigen Horizont.

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AfD will Gendern in Bundestagsdrucksachen verbieten

In der konstituierenden Sitzung des 20. Deutschen Bundestages am 26. Oktober 2021 brachte die AfD-Fraktion einen Änderungsantrag zur Geschäftsordnung ein (Drucksache 20/3). Ihr Ziel: In offiziellen Bundestagsdrucksachen sollte keine Gendersprache mehr verwendet werden. Genderstern, Doppelpunkt und Binnen-I wollte die AfD aus dem parlamentarischen Schriftverkehr verbannen. Stattdessen forderte sie eine „verständliche und einfach lesbare Schreibweise“.

Die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, nutzte die Debatte für eine grundsätzliche Attacke auf die AfD. Sie warf der Fraktion vor, anderen Abgeordneten vorschreiben zu wollen, wie sie zu sprechen hätten. Eine solche Regelung verletze die Redefreiheit, argumentierte sie. Dann setzte sie eine persönliche Spitze:

Das Gendern parlamentarischer Initiativen scheint den Horizont mancher Abgeordneter in der AfD zu übersteigen.
Britta Haßelmann im Bundestag

Die Aussage löste im Plenum sowohl Gelächter als auch Empörung aus. Haßelmann selbst schien mit ihrer Rede nicht zufrieden: Wenige Stunden nach der Sitzung veröffentlichte sie auf ihrem offiziellen Facebook-Profil ein Video ihres Auftritts und verschärfte die persönliche Spitze noch einmal.

Die AfD will das Gendern im Bundestag verbieten, nur weil es ganz offenbar ihren geistigen Horizont übersteigt.
Britta Haßelmann auf Facebook

Der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner konterte umgehend. Im Bundestag warf er Haßelmann vor, sie könne anderswo gern „künstlich stottern“, aber im Parlament solle Vernunft walten. Die Replik unterstrich die tiefe Kluft zwischen den politischen Lagern.

Deutliche Niederlage für die AfD

Am Ende stimmte der Bundestag mit breiter Mehrheit gegen beide AfD-Änderungsanträge. SPD, CDU/CSU, Grüne, FDP und Linke votierten geschlossen für die Annahme der neuen Geschäftsordnung. Die AfD enthielt sich bei der Gesamtabstimmung. Der Antrag gegen die Gendersprache (Drucksache 20/3) fand außerhalb der eigenen Fraktion keine Unterstützung.

Der Streit um die Gendersprache war Teil einer hitzigen Sitzung, in der die AfD gleich mehrfach unterlag – etwa auch bei der Wahl ihres Kandidaten für das Vizepräsidentenamt und bei der Frage des Alterspräsidenten.

Der Vorfall zeigt exemplarisch die Konflikte zwischen AfD und Grünen bei geschlechterpolitischen Themen. Bereits im Juli 2026 hatte Grünen-Chefin Franziska Brantner der AfD vorgeworfen, Frauen „respektlos und furchtbar“ zu behandeln. Brantner: AfD behandelt Frauen 'respektlos und furchtbar'

Haßelmanns Äußerung blieb nicht ohne Widerhall. Die AfD sieht darin einen Beleg für die Arroganz der Grünen. Mit ihrer Facebook-Zuspitzung hat Haßelmann den Ton weiter verschärft – und die nächste Debatte um Sprachregeln im Parlament ist programmiert.

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