Pistorius thront über allen
Boris Pistorius bleibt der mit Abstand beliebteste Politiker Deutschlands. Im aktuellen ZDF-Politbarometer Juli II 2026 kommt der Verteidigungsminister auf einen Durchschnittswert von 1,5 auf der Skala von +5 bis -5 – unverändert zur letzten Erhebung. Die Forschungsgruppe Wahlen hatte vom 28. bis 30. Juli 1.405 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online befragt.
Das Feld dahinter ist weit abgeschlagen. Cem Özdemir (Grüne) landet mit 0,9 auf Platz zwei, Johann Wadephul (CDU) mit 0,1 auf Platz drei. Nur diese drei Politiker liegen überhaupt noch im positiven Bereich.
Politikerbewertung (Juli 2026)
Durchschnittswert auf Skala von +5 bis -5
Merz auf Rekordtief
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erreicht mit minus 1,5 seinen bislang schlechtesten Wert in dieser Erhebung. Bereits vor einer Woche waren 75 Prozent mit ihm unzufrieden. Nun bestätigt sich der Abwärtstrend: 70 Prozent der Befragten bewerten seine Arbeit negativ, nur 26 Prozent positiv.
Noch schlechter schneidet AfD-Chefin Alice Weidel ab: Mit minus 2,4 bleibt sie Schlusslicht. Auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kommt nicht aus dem Keller; sie verbessert sich zwar leicht von minus 1,8 auf minus 1,6, liegt damit aber ebenfalls deutlich im Minus.
Regierungszufriedenheit auf Tiefpunkt
Die Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit bleibt hoch: 68 Prozent der Befragten halten die Arbeit der schwarz-roten Koalition für eher schlecht, nur 28 Prozent für eher gut. Mehrheitliche Unterstützung bekommt die Regierung nur aus der eigenen Unionsanhängerschaft.
Die Demokratiezufriedenheit erreicht einen neuen Tiefstand: Mit 54 Prozent sind so viele Bürger unzufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie wie seit Oktober 2003 nicht mehr. Im Osten liegt dieser Anteil bei 64 Prozent, im Westen bei 52 Prozent.
Regierungsumbildung: Gemischtes Urteil
Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionschef hatte Kanzler Merz mehrere Spitzenämter neu besetzt. 55 Prozent finden die Personalwechsel grundsätzlich gut, aber nur 17 Prozent glauben, dass sich die Regierungsarbeit dadurch verbessert. 61 Prozent erwarten keine großen Auswirkungen. Merz' Vorgehen bei der Umbildung bewerten 57 Prozent kritisch.
AfD baut Vorsprung aus
In der Politbarometer-Projektion bleibt die AfD stärkste Kraft. Die Partei erreicht 28 Prozent (plus 1), die Union verharrt bei 23 Prozent. Die SPD kommt auf 12 Prozent, die Grünen auf 13 Prozent (minus 1), die Linke auf 12 Prozent (minus 1). Die FDP liegt bei 4 Prozent. Schwarz-Rot hätte damit weiterhin keine parlamentarische Mehrheit.
Sonntagsfrage Juli II 2026
Projektion in Prozent
Die Erhebung ist repräsentativ; der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund ± drei Prozentpunkte.





