Merkels AfD-Kampfansage: Von Storch fordert „Mund halten!“
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AfD-Konflikt

Merkels AfD-Kampfansage: Von Storch fordert „Mund halten!“

Mit einer Kampfansage gegen die AfD hat Angela Merkel auf der re:publica für Aufsehen gesorgt. Beatrix von Storch kontert scharf: Die Altkanzlerin solle „den Mund halten“.

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Kampfansage auf der re:publica

Es war ein ungewöhnlicher Auftritt. Am 18. Mai 2026 betrat Angela Merkel die Bühne der Digitalkonferenz re:publica in Berlin, eingebettet in das WDR Europaforum. Die Halle 5 war voll besetzt. Unter dem Titel „Trotz allem: Hoffnung Europa?“ sprach die Altkanzlerin über Europas Rolle, den Ukraine-Krieg und die Digitalisierung. Doch ein einziger Satz elektrisierte das Publikum und löste eine politische Kettenreaktion aus.

Ich werde alles tun, was in meiner Macht noch steht, dass das nicht passiert.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin a.D. (CDU)

Merkel bezog sich auf die hohen Umfragewerte der AfD, insbesondere in Sachsen-Anhalt, wo im September 2026 ein neuer Landtag gewählt wird. Sie rief die demokratischen Parteien dazu auf, sich nicht über die Abgrenzung zur AfD zu definieren, sondern eine eigene positive Geschichte zu erzählen. Die AfD sieht Merkel in der Tradition von Pegida – und sie warf der Partei vor, den Volksbegriff umdefinieren zu wollen. „Unsere Demokratie beruht darauf, dass Fakten Fakten sind“, zitierte das ZDF die Kanzlerin a.D. Die AfD erreicht in aktuellen Umfragen 27 Prozent und liegt damit vor der Union – ein historischer Höchststand.

Von Storch schlägt zurück

Keine 24 Stunden später antwortete die AfD-Vize. Beatrix von Storch postete auf X: „Merkel zur AfD Kanzlerschaft: ‚Ich werde alles tun, was in meiner Macht noch steht, dass das nicht passiert.‘ Und wir werden alles dafür tun, dass niemand je vergisst, wer Deutschland kaputt gemacht hat: Deutschland mit …“ – und fügte hinzu, Merkel solle schlicht „den Mund halten“. Der Tweet erntete binnen kurzer Zeit über 14.500 Likes. Für von Storch ist Merkel die Hauptverantwortliche für die Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre: von der Migrationskrise 2015 bis zum Bedeutungsverlust der Bundeswehr.

Die Attacke fügt sich in eine Serie scharfer Repliken der AfD-Politikerin – erst kürzlich widersprach sie Bundespräsident Steinmeier. Was Merkel als demokratische Pflicht verteidigt, nennt die AfD Heuchelei. Der Streit ist exemplarisch für die tiefe Spaltung der deutschen Politiklandschaft im Wahljahr 2026.

Merkels späte Einsicht

Rund drei Wochen später, am 6. Juni, gab Merkel im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) zu, dass ihre Migrationsentscheidungen von 2015 ein Faktor für das Erstarken der AfD gewesen seien: „Aber natürlich hat meine Entscheidung mit dazu geführt, dass die Umfragewerte für die AfD wieder gestiegen sind.“ Gleichzeitig verteidigte sie ihren damaligen Kurs und nannte die Entscheidung alternativlos. Sie gestand zudem Versäumnisse bei der Digitalisierung, der Verteidigungspolitik und beim Klimaschutz ein. Eine direkte Zurückweisung der von-Storch-Attacke vermied sie jedoch, wie WELT berichtete.

Social-Media-Nachbeben im Sommer

Ende Juli 2026 wurde der Streit erneut hochgekocht. Der Facebook-Account „Storyfox“ veröffentlichte ein Sharepic mit Merkels Konterfei und der Schlagzeile „MERKEL KONTRA AFD“. Der Instagram-Account „faktglaublich“ stellte die beiden Lager als Konflikt zwischen „Haltung“ und „Heuchelei“ gegenüber. Der Zeitpunkt fällt in eine Phase erheblicher politischer Turbulenzen: Bundeskanzler Friedrich Merz kämpft mit schwindenden Umfragewerten und wachsender Unzufriedenheit in der eigenen Partei.

Der Schlagabtausch offenbart einen grundlegenden Konflikt um Deutungshoheit: Merkel beansprucht eine überparteiliche Wächterrolle für die Demokratie, die AfD bestreitet ihr diese Legitimität. Im September entscheiden die Wähler in Sachsen-Anhalt, ob die AfD weiter zulegt.

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Chronologie des Schlagabtauschs

  1. 18. Mai 2026
    Merkels Kampfansage

    Angela Merkel erklärt auf der re:publica, sie werde eine AfD-Kanzlerin mit allen Mitteln verhindern.

  2. 19. Mai 2026
    Von Storchs Retourkutsche

    Beatrix von Storch fordert Merkel auf X auf, „den Mund zu halten“, und macht sie für Deutschlands Niedergang verantwortlich.

  3. 6. Juni 2026
    Merkels Eingeständnis

    Im FAS-Interview räumt Merkel ein, dass ihre Migrationspolitik die AfD gestärkt habe.

  4. 31. Juli 2026
    Social-Media-Nachbeben

    Die Debatte flammt auf Instagram und Facebook erneut auf, geteilt in „Haltung“ und „Heuchelei“.

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