Thering lehnt Kanzlerdebatte ab – Merz muss jetzt liefern
Hamburgs CDU-Landeschef Dennis Thering verlangt vom Kanzler konkrete Ergebnisse und erteilt Koalitionen mit AfD und Linken eine Absage. 85 Prozent der Deutschen sind mit Merz' Regierungsstil unzufrieden.
Hamburgs CDU-Landeschef Dennis Thering stellt sich gegen eine Kanzlerdebatte in der Union – und erhöht zugleich den Druck auf Friedrich Merz. Im Interview mit der WELT sagt der 42-Jährige am 16. August: Eine Debatte über den Kanzler verbietet sich, der Kanzler müsse aber liefern.
„Klar ist aber auch: Friedrich Merz muss jetzt liefern.“
Dennis Thering, CDU-Landesvorsitzender Hamburg
Thering steht unter doppeltem Druck: Als Landeschef muss er die Unruhe an der Basis abfedern, als Oppositionsführer in der Bürgerschaft bleibt er im Angriffsmodus. Zwei Tage zuvor hatte er im dpa-Interview die Union bereits zu ‚Ruhe und Geschlossenheit‘ aufgerufen und gesagt, von einer Personaldiskussion um den Kanzler halte er nichts.
Personelle Veränderungen „nicht optimal“
Auslöser der Debatte war der Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn Mitte Juli nach der Leihmutterschafts-Affäre. Kanzler Merz hatte daraufhin eine größere Kabinettsumbildung in Aussicht gestellt.
85 Prozent der Deutschen unzufrieden mit Merz' Regierungsstil
85%Unzufriedene
Quelle: Umfrage, 2026
Thering räumt ein: Dass die personellen Veränderungen im Kabinett nicht optimal gelaufen sind, habe jeder mitbekommen. Es gebe nichts schönzureden. Zugleich verweist er auf die Reformbilanz der Regierung – etwa im Gesundheitsbereich. Steuerreform, Rentenreform und Pflegereform stünden an.
Nach der Leihmutterschafts-Affäre gibt der Unionsfraktionschef sein Amt auf.
14. August 2026
Thering ruft zu Ruhe auf
Im dpa-Interview fordert der CDU-Landeschef Geschlossenheit und lehnt eine Personaldiskussion um den Kanzler ab.
16. August 2026
WELT-Interview erscheint
Thering bekräftigt: Keine Kanzlerdebatte, aber Merz muss liefern.
Klare Absagen an AfD und Linke
Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen im Osten, wo die AfD in Sachsen-Anhalt laut Umfragen bei über 40 Prozent liegt, wird Thering deutlich. Kanzler und neuer Fraktionsvorsitzender müssten klar sagen, dass es keine Zusammenarbeit mit der AfD geben könne.
„Die AfD ist nicht Teil der Lösung, sie ist Teil des Problems.“
Dennis Thering, CDU-Landesvorsitzender Hamburg
Auch die Linke kommt für Thering als Partner nicht infrage. Der neue Linken-Bundesvorsitzende Luigi Pantisano habe die CDU „aufs Übelste beschimpft“. Die Linke stehe in Russland- und Verteidigungspolitik völlig anders und habe ein ausgeprägtes Antisemitismus-Problem. Eine Partei, die auf Parteitagen die DDR-Hymne singe, könne kein Partner sein.
Für Ostdeutschland deutet Thering Alternativen an: Minderheitsregierungen oder wechselnde Mehrheiten könnten eine Rolle spielen. Aber jede Koalitionsdebatte verbiete sich, solange nicht gewählt worden sei. Zuerst hätten die Wähler das Wort.