Prominente starten Kampagne „Wahre Heimatliebe ist“ gegen AfD-Alleinregierung
Mit einer Kampagne wollen Prominente und Unternehmer verhindern, dass die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erreicht. Die Partei liegt in Umfragen bei 43 Prozent – und ist als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
Eine absolute Mehrheit der AfD in Sachsen-Anhalt ist keine abstrakte Gefahr mehr: In Umfragen liegt die Partei bei 43 Prozent, der Verfassungsschutz stuft den Landesverband als gesichert rechtsextremistisch ein. Am 18. August 2026 hat der Verein „Mehr als uns trennt“ deshalb die Kampagne „Wahre Heimatliebe ist“ vorgestellt, um genau diese Mehrheit bei der Landtagswahl am 6. September zu verhindern.
Getragen wird die Kampagne nach Vereinsangaben von Akteuren aus Sport, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Der Verein selbst bezeichnet sich als unabhängig und überparteilich und will die demokratische Mitte stärken, wie die Welt berichtet.
Unterstützer aus Kultur, Sport und Wirtschaft
Zu den prominentesten Gesichtern gehören die Schauspieler Sandra Hüller, Christian Friedel, Anna Schudt und Max Simonischek. Friedel stammt aus Magdeburg. Daneben unterstützen der Vizepräsident des SC Magdeburg, René Bethke, der Getec-Gründer Karl Gerhold, der Archäologe Harald Meller, die frühere Rektorin der Hochschule Magdeburg-Stendal, Anne Lequy, sowie der Teamchef des BMW-Motorsportteams, Torsten Schubert, die Initiative.
Die Tagesspiegel-Fassung nennt zusätzlich Ex-Ministerpräsident Reiner Haseloff und zählt Dieter Hallervorden ausdrücklich zu den Unterstützern; die Welt erwähnt Hallervorden dagegen als CDU-Unterstützer im Wahlkampf. Diese Abweichungen bleiben in den Quellen unaufgelöst. Auch Dieter Hallervorden engagiert sich derzeit massiv gegen die AfD.
Warum die Kampagne vor einer Alleinregierung warnt
In einer Mitteilung warnt der Verein: „Sollte die AfD bei der Landtagswahl am 6. September die absolute Mehrheit erreichen und den Ministerpräsidenten stellen, hätte das gravierende gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen – nicht nur für Sachsen-Anhalt, sondern weit darüber hinaus.“ Die Bürgerinnen und Bürger sollen am Wahltag ihre Stimme „für eine demokratische Partei“ abgeben und Verantwortung für die Zukunft des Landes übernehmen, zitiert NIUS zusätzlich den Aufruf, „eine Partei der Mitte“ zu wählen.
Hintergrund ist die Einstufung der AfD Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch durch den Verfassungsschutz. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Pollytix kommt die Partei vor der Wahl auf rund 43 Prozent – ein Rekordwert. Was das AfD-Programm konkret vorsieht, zeigt das 100-Tage-Programm der AfD.
Plakate, Spenden und eine Bustour
Mit Plakatmotiven will der Verein zeigen, welche Konsequenzen eine Umsetzung des AfD-Wahlprogramms hätte – etwa in Kultur, Pflege oder Bildung. Der Tagesspiegel verweist darauf, dass die AfD in Sachsen-Anhalt die Schulpflicht abschaffen will. NIUS ergänzt, dass die Kampagne beim Wirtschaftsprogramm der Partei auf einen „Austritt aus EU und Euro, Abschottung und Kürzungen staatlicher Ausgaben“ hinweist.
Für die Kampagne hat der Verein Spenden gesammelt und eine Multimedia-Kampagne entwickelt. Geplant ist zudem eine Bustour durch Sachsen-Anhalt, bei der Menschen eingeladen werden, den Satz „Wahre Heimatliebe ist ...“ zu vervollständigen. Auf der Vereinswebseite heißt es laut Apollo News, man wolle „die Heimat nicht denen überlassen“, die „hetzen und spalten“.
Breiter Widerstand gegen die AfD-Mehrheit
Die Kampagne „Wahre Heimatliebe ist“ ist nicht die einzige Initiative gegen eine AfD-Alleinregierung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund unterstützt die Kampagne „Wir sind Sachsen-Anhalt: engagiert und weltoffen!“. Die Organisation Campact finanziert bereits mit rund drei Millionen Euro einen Anti-AfD-Wahlkampf, ebenso die Initiatoren von „Taktisch Wählen 2026“. Das Bistum Magdeburg legt mit „Bewusst wählen“ einen Fokus auf Menschenwürde, Nächstenliebe und Solidarität, und ein Bündnis aus Kultureinrichtungen hat die Kampagne „Stolz auf Vielfalt“ gestartet.
Umfrage
Lädt
Entscheidung am 6. September
Ob die gebündelten Kampagnen reichen, um die AfD unter die absolute Mehrheit zu drücken, entscheidet sich am 6. September. Bis dahin gehen die Auseinandersetzungen um Heimat, Wirtschaft und Kultur weiter.