Dobrindt bestätigt Waffenversteck bei Berlin und warnt vor Anschlägen
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Staatsgefährdung

Dobrindt bestätigt Waffenversteck bei Berlin und warnt vor Anschlägen

In einem Waldgebiet an der Berliner Stadtgrenze haben Verfassungsschutz und LKA zwei scharfe Waffen samt Munition sichergestellt. Bundesinnenminister Dobrindt spricht von einem vereitelten Anschlag – und die Spur führt nach Russland.

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Ein Waffenversteck mit zwei scharfen Handfeuerwaffen und Munition, verborgen in einem Waldstück an der Berliner Stadtgrenze: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat am Freitag bestätigt, dass Verfassungsschutz und Landeskriminalamt das Depot bereits im Oktober 2025 aufgespürt haben. Der Generalbundesanwalt ermittelt seit November wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat.

Die Waffen seien unbrauchbar gemacht und mit GPS-Trackern präpariert worden, um mögliche Abholer zu identifizieren, sagte Dobrindt. Das Versteck blieb intakt und wurde technisch überwacht. „Es gab keinen Abholer“, erklärte der Minister. Nach Recherchen von tagesschau, WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung gilt das Depot inzwischen als „tot“, weil die Täter den Polizeieinsatz vermutlich bemerkt haben.

Diese Waffen, die gefunden worden sind, auch die Munition, die ist sicherlich vorgesehen gewesen, um Anschlagsplanungen durchzuführen.
Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister (CSU)

Ermittlungen wegen Anschlagsvorbereitung

Der Generalbundesanwalt führt das Verfahren gegen einen Verdächtigen, der derzeit in Rumänien in Haft sitzt. Der Mann wird als sogenannter Low-Level-Agent beziehungsweise Wegwerfagent eingestuft: eine Person, die im Auftrag eines Geheimdienstes an Spionage- oder Sabotageaktivitäten beteiligt ist, ohne dem Dienst selbst anzugehören. Details zu seiner Staatsangehörigkeit nannte Dobrindt unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Das Ermittlungsverfahren richte sich „gegen geheimdienstliche Agententätigkeit und gegen die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat“, sagte Dobrindt. Auf die Frage nach einer möglichen Auslieferung verwies der Minister auf „gemeinsame Interessenlagen“ der Sicherheitsbehörden beider Länder. Die Ermittler vermuten, dass die Waffen für einen Anschlag bestimmt waren; ein konkretes Ziel kennen sie noch nicht.

Chronologie des Waffenfunds

  1. Oktober 2025
    Waffenversteck entdeckt

    Verfassungsschutz und Landeskriminalamt Berlin finden ein Depot mit zwei Handfeuerwaffen und Munition in einem Waldstück an der Berlin-Brandenburger Grenze.

  2. November 2025
    Generalbundesanwalt übernimmt

    Die Ermittlungen starten wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

  3. Herbst 2025
    Verdächtiger in Rumänien festgenommen

    Ein Tatverdächtiger könnte das Depot angelegt haben; er sitzt in Rumänien in Haft.

  4. 21. August 2026
    Dobrindt bestätigt den Fund

    In einer Pressekonferenz in Berlin spricht der Innenminister von einer hohen Gefährdungslage und schließt eine Beteiligung fremder Mächte nicht aus.

Verdächtiger in Rumänien inhaftiert

Der Verdächtige wird verdächtigt, auch Anschläge geplant zu haben. Dobrindt hatte gesagt, die Waffen und Munition seien sicherlich für Anschlagsplanungen vorgesehen gewesen. Ein mögliches Anschlagsziel sei bislang nicht bekannt. Der Minister betonte, dass es in den vergangenen Monaten mehrere Festnahmen im Zusammenhang mit Low-Level-Agenten und hybriden Bedrohungslagen gegeben habe.

Die Ermittlungen des Generalbundesanwalts laufen bereits seit November 2025. Nach Angaben von ZEIT bestätigte Dobrindt, dass der Verdächtige derzeit in Rumänien in Haft sitzt und dort ebenfalls verdächtigt wird, Anschläge geplant zu haben. Zur Staatsangehörigkeit machte der Minister keine Angaben.

Russische Spur und offizielle Reaktionen

Nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR geht das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) davon aus, dass das Waffenlager im Auftrag russischer Geheimdienste angelegt wurde. Die Waffen seien für Agenten hinterlegt worden, die im Auftrag Moskaus „kinetische Operationen“ ausführen sollten – also physische Attacken wie Attentate auf deutschem Boden. Wie der Merkur berichtet, warnt Verfassungsschutzpräsident Sinan Selen seit Monaten vor einer verschärften Gangart russischer Dienste.

Dobrindt schloss eine „Beteiligung fremder Mächte“ nicht aus, nannte Russland aber nicht ausdrücklich. Die russische Botschaft wies die Darstellung als „völlig unbegründete Unterstellung“ und „antirussische Spekulationen“ zurück. Damit steht die deutsche Sicherheitsbehörde einem offiziellen Dementi aus Moskau gegenüber.

Dieser Fall zeigt, dass wir von einer hohen Gefährdungslage ausgehen.
Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister (CSU)

Hohe Gefährdungslage in ganz Deutschland

Dobrindt sprach von einer „hohen Gefährdungslage“ und betonte, dass Spionage, Sabotage und verdeckte Operationen „Teil der Realität im Jahr 2026“ seien. Als weiteres Beispiel für die angespannte Lage verwies er auf den Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle Anfang August 2026. Der Minister hatte die Bedrohungslage bereits im Juli als „hoch“ eingestuft und will den Verfassungsschutz zu einem operativen Geheimdienst ausbauen.

Für die Ermittler bleibt offen, ob das Waffenversteck tatsächlich von russischen Diensten angelegt wurde und ob weitere Depots existieren. Der Generalbundesanwalt ermittelt weiter; ein konkretes Anschlagsziel ist bislang nicht bekannt.