Straße von Hormus erreicht niedrigsten Schiffsverkehr seit Mai
Nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran ist der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus eingebrochen. Teheran kündigt nun eine Sperrzone an – Schiffe, die einfahren, landen auf einer Sanktionsliste.
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist nach den gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran auf Tanker auf den niedrigsten Stand seit Mai eingebrochen. Im Durchschnitt passierten in den vergangenen zehn Tagen nur noch zehn Frachtschiffe pro Tag die strategisch wichtige Meerenge.
Am Samstag durchquerten lediglich zwei Schiffe die Handelsroute, am Sonntag waren es sechs, wie aus dem Bericht der Tagesschau über die Kpler-Daten hervorgeht. Ein Tanker aus Saudi-Arabien musste beim Versuch, die Meerenge zu verlassen, umkehren.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt; ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs passiert sie. Der Einbruch des Schiffsverkehrs zeigt die dramatischen Auswirkungen des seit mehr als sechs Monaten andauernden Iran-Kriegs.
Massiver Einbruch des Schiffsverkehrs
Seit Mittwoch hat laut Kpler kein einziger Supertanker mehr die Straße von Hormus verlassen. Erst am Wochenende waren nach längerer Pause wieder Gefechte an der Meerenge aufgeflammt: Die iranische Revolutionsgarde griff nach eigenen Angaben mehrere Schiffe an, das US-Militär meldete die Zerstörung eines iranischen Öltankers – Zerstörung iranischer Öltanker durch das US-Militär zeigte.
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus (Schiffe pro Tag)
Quelle: Kpler, Stand 06.09.2026
Iran kündigt Sperrzone an
Der Chef des iranischen Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resaei, kündigte am Sonntag im Staatsfernsehen an, dass in den kommenden Tagen eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus verkündet werde. Teheran hält die Blockade der Straße von Hormus aufrecht und weitet sie nun aus.
„Diese Zone beginnt an der Blockadelinie der US-Marine und umfasst Gebiete des Persischen Golfs.“
Mohsen Resaei, Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Iran
Jedes Schiff, das in diese neue Zone einfährt, werde auf eine Sanktionsliste gesetzt, fügte Resaei hinzu. Die Ankündigung erfolgte als Reaktion auf die von den USA verhängte Seeblockade iranischer Häfen, wie der Bericht von n-tv über die geplante Sperrzone zeigt.
US-Präsident Donald Trump postete am Sonntag auf Truth Social eine Karte der Straße von Hormus mit der Überschrift 'New U.S. Territory' – ein Vorstoß, den er bereits im August angekündigt hatte, als er die Meerenge zum US-Territorium machen wollte. Das unterstreicht die angespannte Lage.
Folgen für Ölpreise und Iran
Die Ölpreise stiegen weltweit an. Als weitere Folge der US-Seeblockade hat der Iran mit Schwierigkeiten beim Ölimport zu kämpfen. Am Sonntag kündigte Teheran eine Erhöhung der Kraftstoffpreise für Großverbraucher an.
Betroffen ist laut Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani die dritte Stufe des Kontingentsystems. Der Preis in dieser Stufe werde sich ab dem 8. September auf 10.000 Toman verdoppeln, umgerechnet 3,9 Cent. Die ersten beiden Stufen bleiben unverändert.
Der Iran gehört zu den weltweit größten Ölproduzenten. Dank eines Subventionssystems sind Kraftstoffe im Land vergleichsweise günstig, jede Preisänderung gilt als politisch heikel.
Die angekündigte Sperrzone dürfte die Spannungen weiter erhöhen. Offen ist, wie die USA und andere Staaten auf die neue Zone reagieren werden.