Inflation in Deutschland steigt im September auf 3,3 Prozent
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Teuerung

Inflation in Deutschland steigt im September auf 3,3 Prozent

Die Inflation in Deutschland springt im September auf 3,3 Prozent – so hoch wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Energie verteuert sich um 14,9 Prozent, ab Oktober soll der Tankrabatt gegensteuern, doch Ökonomen rechnen schon mit der nächsten Zinserhöhung.

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Die Inflation in Deutschland ist im September auf 3,3 Prozent gestiegen – der höchste Stand seit fast drei Jahren. Nach der Erstschätzung des Statistischen Bundesamts für September lagen die Verbraucherpreise 0,6 Prozent über dem Vormonat August.

Den Anstieg treibt fast allein die Energie: Sie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahr um 14,9 Prozent. Im August hatte der Wert bei 10,5 Prozent gelegen, im Juli bei 8,3 Prozent. „Kraftstoffe sind mit Abstand der größte Preistreiber“, sagt Daniel Hartmann, Chefvolkswirt der Vermögensverwaltung Bantleon.

Seit dem Ende Februar begonnenen Iran-Krieg ziehen die Energiekosten die deutsche Teuerung nach oben. Im Juni lag die Inflationsrate noch bei 2,3 Prozent, im Juli bei 2,8 und im August bei 2,9 Prozent – im September sprang sie auf 3,3 Prozent. Der Sprung kam unerwartet kräftig, wie die Spiegel-Analyse zum Sprung auf 3,3 Prozent zeigt.

Inflationsrate in Deutschland 2026

Veränderung der Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr in Prozent

Quelle: Statistisches Bundesamt

Sprit und Heizöl verteuern sich drastisch

Wie stark der Druck auf die Haushalte ist, zeigen die Daten aus Nordrhein-Westfalen: Dort kostete Diesel 48,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Benzin 33,8 Prozent mehr und Heizöl 49,9 Prozent. Die Kraftstoffpreise insgesamt lagen um 36,9 Prozent über dem Vorjahreswert.

An der Tankstelle schlägt das direkt durch: Ein Liter Diesel kostete Mitte September 2,453 Euro. Der Dieselpreis-Rekord von 2,453 Euro je Liter hatte in der Koalition schon vor dem Monatsende für Streit über weitere Entlastungen gesorgt.

Die teure Energie kommt längst nicht nur an der Tankstelle an. Schon im August stiegen die Importpreise um gut acht Prozent gegenüber dem Vorjahr – so stark wie seit Ende 2022 nicht mehr.

Tankrabatt soll 0,3 Punkte dämpfen

Ab dem 1. Oktober greift die Gegenmaßnahme der Politik: Bis zum 31. Dezember sinkt die Energiesteuer auf Kraftstoffe um 14,04 Cent je Liter, mit Mehrwertsteuer sind es rund 17 Cent. Bundestag und Bundesrat hatten den Beschluss über den erneuten Tankrabatt am 25. September gefasst.

Wie viel das für die Teuerungsrate bringt, haben Ökonomen schon durchgerechnet. Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, nennt eine konkrete Zahl:

„Der Tankrabatt dürfte die Inflation im Oktober wieder um etwa 0,3 Prozentpunkte dämpfen.“
Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank

Der Effekt auf die Jahresrate ist damit befristet: Läuft der Rabatt am 31. Dezember aus, verschwindet auch die dämpfende Wirkung. Schon bei der Verabschiedung des Gesetzes Ende September forderte Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt weitere Entlastungen.

Kerninflation bleibt bei 2,4 Prozent

Unter der Oberfläche bewegt sich wenig. Die Kerninflation, die Nahrungsmittel und Energie ausklammert, liegt unverändert bei 2,4 Prozent. Nahrungsmittel verteuerten sich um 0,4 Prozent, nach 0,1 Prozent im August. Dienstleistungen kamen auf 2,7 Prozent (August: 2,8), Waren auf 3,8 Prozent.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, hält den Befund trotz der stabilen Kernrate für eindeutig:

„Die massiv gestiegenen Energiepreise fordern ihren Tribut.“
Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank

EZB hält den Leitzins bei 2,50 Prozent

Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins nach zwei Erhöhungen in diesem Jahr derzeit bei 2,50 Prozent (Einlagefazilität). Bankvolkswirte und Deutsche Bank Research erwarten eine weitere Anhebung im Dezember auf 2,75 Prozent.

Für den Winter rechnet Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Ifo-Instituts, mit neuen Preisschüben: „Sprit und Heizöl haben sich bereits spürbar verteuert, im Winter dürften die Energieversorger die Preise für Strom und Gas anheben.“ Für Haushalte könnte es noch teurer werden – Gaspreise sollen zum Jahreswechsel deutlich steigen.

Am 13. Oktober will das Statistische Bundesamt die endgültigen Ergebnisse für September vorlegen. Ob der die Teuerung tatsächlich um die erwarteten 0,3 Prozentpunkte drückt, wird erst mit den Oktober-Zahlen sichtbar – und ob die EZB im Dezember nachlegt.

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