Cansın Köktürk beschimpft Israel und Trump in Instagram-Video
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Cansın Köktürk beschimpft Israel und Trump in Instagram-Video

Eine Bundestagsabgeordnete der Linken beschimpft in einem englischsprachigen Kurzvideo Israel, Netanjahu, Trump, die Medien und alle Andersdenkenden. Reaktionen aus Parteispitze oder Bundestagspräsidium gibt es bislang nicht.

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Eine Bundestagsabgeordnete der Linkspartei beschimpft in einem kurzen Video Israel, Benjamin Netanjahu, Donald Trump, die Medien und alle Andersdenkenden. Cansın Köktürk veröffentlichte den rund 18 Sekunden langen Clip am Samstag, 3. Oktober 2026, auf Instagram; er zeigt die Abgeordnete zu Fuß in ihrer Heimatstadt Bochum. Unter dem Video steht nur das Wort „easy“.

Der Clip ist vollständig auf Englisch. Laut der Berichterstattung von WELT über das Video sagt Köktürk darin: „Fickt den genozidalen Apartheidsstaat Israel. Befreit die besetzten Gebiete Palästinas.“ Zum Abschluss heißt es: „Es heißt ‚Free Palestine‘ bis zu unserem letzten Atemzug oder bis Palästina befreit ist, was auch immer zuerst passiert.“ Verabschiedet wird das Video mit „Assalamu alaikum und einen schönen Tag“.

„Laut WELT sagt Köktürk in dem Video: „Fickt die Kriegsverbrecher Bibi Netanjahu und Donald Trump. Fickt die Mainstream-Medien und jeden, der anderer Meinung ist als wir!““
Cansın Köktürk, Bundestagsabgeordnete Die Linke

Keine Reaktion auf das Video bekannt

Köktürk sitzt seit der Bundestagswahl im Februar 2025 für die Linke im Bundestag. Die 33-Jährige kam über die NRW-Landesliste ins Parlament und holte im Wahlkreis Bochum I 9,4 Prozent der Erststimmen; in der Fraktion ist sie sozialpolitische Sprecherin. Eine Reaktion der Parteispitze, des Bundestagspräsidiums oder von Grünen und SPD auf das Video ist bislang nicht bekannt.

Das Video fällt in eine angespannte Phase: Am 20. September 2026 wurde die Linke bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl mit 25,7 Prozent stärkste Kraft. Seitdem sondieren Linke, Grüne und SPD eine Koalition, am 3. Oktober liefen die Vorgespräche weiter. In der Berliner Linkspartei eskaliert parallel ein Streit über israelkritische Positionen: Dort fordern Mitglieder den Ausschluss von Hannah Bruns.

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Vom Kufiya-Tuch zum Ordnungsgeld

Das Video ist der jüngste Vorfall in einer längeren Reihe. Schon zur konstituierenden Sitzung des Bundestages im März 2025 trug Köktürk eine Kufiya und löste eine Debatte über ein Kufiya-Verbot im Parlament aus. Am 4. Juni 2025 verwies Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sie aus dem Plenarsaal, weil sie ein Shirt mit der Aufschrift „Palestine“ trug.

Am 25. September 2025 folgte der nächste Saalverweis: Gemeinsam mit den Linken-Abgeordneten Vinzenz Glaser, Lisa Schubert und Charlotte Neuhäuser hielt Köktürk die palästinensische Flagge hoch. Am 11. September 2026 fiel sie in der Haushaltsdebatte bei einer Rede des AfD-Abgeordneten René Springer durch Zwischenrufe auf und kassierte zwei Ordnungsrufe sowie 2.000 Euro Ordnungsgeld. Es war die erste Sanktion nach der verschärften Geschäftsordnung; Köktürk zahlt als Erste 2.000 Euro Ordnungsgeld.

Köktürks Rügen im Bundestag

  1. 23. Februar 2025
    Einzug in den Bundestag

    Köktürk zieht über die NRW-Landesliste der Linken in den Bundestag ein; in Bochum I holt sie 9,4 Prozent der Erststimmen.

  2. März 2025
    Kufiya zur konstituierenden Sitzung

    Köktürk trägt bei der konstituierenden Sitzung eine Kufiya und löst eine Debatte über ein Kufiya-Verbot im Bundestag aus.

  3. 4. Juni 2025
    Verweis aus dem Plenarsaal

    Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) schickt Köktürk wegen eines Shirts mit der Aufschrift „Palestine“ aus dem Saal.

  4. 25. September 2025
    Palästinensische Flagge im Plenum

    Köktürk wird mit drei weiteren Linken-Abgeordneten des Saals verwiesen, weil sie die palästinensische Flagge hochhalten.

  5. 11. September 2026
    Erstes Ordnungsgeld nach neuer Geschäftsordnung

    In der Haushaltsdebatte erhält Köktürk zwei Ordnungsrufe und 2.000 Euro Ordnungsgeld – die erste Sanktion nach der verschärften Geschäftsordnung.

  6. 3. Oktober 2026
    Video mit Beschimpfungen

    Köktürk veröffentlicht das englischsprachige Video; am Abend stehen 20.166 Euro in einem Spendenaufruf, der zu ihr gehört.

Völkermord-Vorwurf und Spendenaufruf

Köktürks Video fällt in eine Phase, in der ihre Partei ihre Haltung zu Israel verschärft. Die Linke wirft Israel inzwischen einen „Völkermord“ vor, wie n-tv über die neuen Völkermord-Vorwürfe der Linken berichtet. Zugleich laufen in Berlin Sondierungen mit Grünen und SPD, in denen die Linke Regierungsverantwortung anstrebt.

Auch finanziell bekommt sie Rückhalt: Am Abend des 3. Oktober standen 20.166 Euro in einem Spendenaufruf, der zu Köktürk gehört. Bereits am 13. September hatte sie zu Spenden für Sea Watch aufgerufen und Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) vorgeworfen, eine „Debattenkultur mit Faschisten“ zu fördern. Nach dem Ordnungsgeld vom 11. September hatte die Abgeordnete erklärt:

„Mein Name ist Cansin Köktürk und Ich wehre mich gegen die Normalisierung rassistischer und menschenfeindlicher Inhalte der AfD im deutschen Parlament. Mich kann niemand mit kapitalistischen Geldstrafenandrohungen einschüchtern oder mundtot machen. Es ist meine Verantwortung als Abgeordnete, aufzustehen. Es reicht.“
Cansın Köktürk, Bundestagsabgeordnete Die Linke

Ob die Linksfraktion, das Bundestagspräsidium oder die Parteispitze auf das Video reagiert, ist offen. In Berlin setzen Linke, Grüne und SPD ihre Vorgespräche für eine Koalition fort. Ob Köktürks Äußerungen dort zum Thema werden, entscheidet sich in den kommenden Tagen.