47 Prozent der Bundesbürger trauen Hendrik Wüst das Kanzleramt zu, Markus Söder nur 26 Prozent. Das Trendbarometer zu Wüst als beliebterem Kanzlerkandidaten hat Forsa am 6. Oktober veröffentlicht – mitten in der Debatte über eine Ablösung von Kanzler Friedrich Merz.
Für die Erhebung hat Forsa zwischen dem 2. und 5. Oktober 1.002 Menschen im Auftrag von RTL Deutschland befragt. Söder hatte vier Tage zuvor in der BR-Sendung „Münchner Runde“ gewarnt, ein Kanzlertausch könne zu einem „Debakel oder sogar Neuwahlen“ führen. Die Umfrage sagt nun, wen die Bürger in diesem Fall lieber hätten.
Unter Unionsanhängern liegt Wüst mit 57 zu 41 vorn
Bei den eigenen Anhängern ist der Abstand am größten: Unter Unionsanhängern liegt Wüst mit 57 zu 41 Prozent vorn, bei SPD-Anhängern kommt er auf 58 Prozent, bei Grünen-Anhängern auf 63 Prozent. Nur bei der AfD dreht sich das Bild: Dort halten 28 Prozent Söder für kanzlertauglich, aber nur 8 Prozent Wüst. Die Umfrage zur möglichen Merz-Nachfolge bestätigt den Vorsprung.
Kanzlertauglichkeit von Wüst nach Anhängerschaft
Anteil der Befragten, die Hendrik Wüst für kanzlertauglich halten
Söder ist bekannter – 70 Prozent lehnen ihn dennoch ab
Söder ist mit 95 Prozent Bekanntheit deutlich präsenter als Wüst, den 75 Prozent der Befragten kennen. Die Bekanntheit zahlt sich nicht aus: Unter den Söder-Kennern halten ihn 70 Prozent für ungeeignet, bei Wüst sind es 41 Prozent.
„Deswegen: Friedrich Merz ist Kanzler und bleibt Kanzler.“
Söder sagte den Satz am 30. September in der BR-Sendung „Münchner Runde“. In derselben Sendung betonte er: „Ich mache gern in Bayern Ministerpräsident.“ Für die CSU heißt das: Der Parteichef will nicht nach Berlin – während seine Anhänger in der Kanzlerfrage einen anderen Favoriten haben.
Ipsos: 67 Prozent sehen Merz' Kanzlerschaft gescheitert
Zur gleichen Zeit veröffentlichte der „Spiegel“ den Ipsos-Politikmonitor, für den vom 29. September bis 4. Oktober 2.002 Wahlberechtigte befragt wurden. Dort halten 67 Prozent die Kanzlerschaft von Merz für gescheitert. Bei der Alternative liegt in dieser Erhebung Söder mit 20 Prozent vor Wüst mit 16 Prozent – 43 Prozent nennen keinen der beiden.
Merz regiert mit 11 Prozent Zustimmung
Nur 11 Prozent der Bundesbürger bewerten die Arbeit von Kanzler Merz positiv, 87 Prozent sind unzufrieden – die Unzufriedenheit mit Kanzler Merz in Umfragen hält seit Wochen an. Die Parteispitze hält dennoch an ihm fest. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Karl-Josef Laumann sagte: „Ich glaube aber nicht, dass es jetzt eine Lösung ist, den Kanzler auszutauschen, sondern die Antwort muss sein: Wir brauchen die Reformen, die erarbeitet worden sind."
Wüst selbst hält sich zurück und verweist auf die Regierungsarbeit: „Wir brauchen eine stabile Bundesregierung." Dass Merz als Kanzler auf Abruf, hat die Debatte schon vor Wochen eröffnet. Offen bleibt, ob die Union die Personaldebatte bis zur nächsten Wahl stillhält – oder ob die Umfragezahlen sie überholen.
