Lanz zweifelt Banaszaks Glaubwürdigkeit bei Linken-Koalition an
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ZDF-Talk

Lanz zweifelt Banaszaks Glaubwürdigkeit bei Linken-Koalition an

In der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ gerät Grünen-Chef Felix Banaszak mit dem Moderator aneinander: Lanz bezweifelt dessen Glaubwürdigkeit in der Frage einer Koalition mit der Berliner Linken. Banaszak fordert von der Linken einen offenen Streit über Antisemitismus und schließt eine Zusammenarbeit mit Antisemiten aus.

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Grünen-Chef Felix Banaszak hat in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ ein hitziges Wortgefecht mit Moderator Markus Lanz geführt. Ausgestrahlt wurde Folge 2073 am Mittwoch, 7. Oktober 2026, um 23:15 Uhr. Streitthema war die Bereitschaft der Berliner Grünen, mit der Linken über eine rot-grün-rote Koalition zu verhandeln.

Der Berliner Landesverband der Linken steht seit Wochen wegen Antisemitismus-Vorwürfen in der Kritik. Lanz fragte mehrfach nach, wie sich der moralische Anspruch der Grünen mit Koalitionsgesprächen verträgt. Banaszaks Argument, die Aufstellung der Linken lasse sich nur im Gespräch prüfen, quittierte er mit dem Ausruf, das sei „irre“. Wie der stern die Lanz-Sendung zusammenfasst, hatte der Moderator „spürbar keine Sympathie übrig“ für Banaszak.

„Herr Banaszak, es geht hier um Glaubwürdigkeit!“
Markus Lanz, Moderator der ZDF-Sendung

Banaszak fordert Streit in der Linkspartei

Banaszak verlangte von der Linken, den Konflikt in den eigenen Reihen offen auszutragen. Die Partei habe in Berlin einerseits Menschen eine Stimme gegeben, die sich im Leid der Getöteten in Gaza von keiner anderen Partei mehr vertreten fühlten, andererseits aber auch denen, die aus Kritik an der israelischen Regierung ein Existenzrecht Israels ableiten.

Die Parole „From the River to the Sea, Palestine will be free“ nannte Banaszak eine „Kampfansage gegen Juden“; dort sei für ihn eine Grenze überschritten. Die Gespräche mit der Berliner Linken führe er nicht selbst, er sehe sich aber genau an, „was da passiert“ – danach werde bewertet.

„Ich will, dass es da knallt und kracht und die Leute, die da in den letzten Wochen und Monaten mit antisemitischen Parolen aufgefallen sind, sagen: „Das ist nicht mehr meine Partei.““
Felix Banaszak, Bundesvorsitzender der Grünen

Der Unterschied zur AfD

Banaszak zog eine scharfe Grenze zwischen beiden Parteien. Bei der AfD sei die Unterscheidung zwischen völkisch und gemäßigt eine „kosmetische“; die Partei sei per se rechtsextrem. Der Linken bescheinigte er dagegen, im Kern eine demokratische Partei zu sein, die in Teilen mit Antisemitismus auffalle.

„Die Linke hat ein Problem mit Antisemitismus in ihren Reihen, sie ist keine per se antisemitische Partei. Die AfD hat kein Problem mit Rechtsextremismus in ihren Reihen, sie ist eine per se rechtsextreme Partei.“
Felix Banaszak, Bundesvorsitzender der Grünen

Lanz ließ in der Linken-Frage nicht locker. Er kritisierte, Banaszak wirke dort weniger eindeutig als gegenüber der AfD, und hielt ihm entgegen: „Wenn man diese angebliche Klarheit hier hat, dann kann man doch nicht hingehen und sagen, jetzt machen wir mal Vorsondierungen.“ Lanz hatte den Vorwurf der fehlenden Glaubwürdigkeit an Banaszak zuvor mehrfach erhoben.

Warum die Berliner Linke unter Druck steht

Ausgangspunkt ist der Wahlsieg der Linken bei der Berliner Landtagswahl im September 2026. Seitdem verhandeln Linke, Grüne und SPD in Vorgesprächen, aus denen Sondierungen werden sollen. Die Berliner Vorgespräche mit der Linken endeten zuletzt ergebnislos; Grüne und SPD machen Sondierungen von verbindlichen Zusagen zu Antisemitismus, Polizei und Verfassungsschutz abhängig.

Kritik an der Linken war aufgekommen, weil auf deren Wahlparty Mitglieder des Remmo-Clans und propalästinensische Aktivisten zu Gast waren. Dem Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak wird nach einem bekannt gewordenen Chat mit Firas Remmo eine Nähe zur organisierten Kriminalität vorgeworfen. Der Zentralrat warnt vor Koalition mit der Linken – SPD und Grüne greifen diese Warnung auf.

Von der Berliner Wahl zum Wortgefecht bei Lanz

  1. September 2026
    Wahlsieg der Linken in Berlin

    Die Linke gewinnt die Berliner Landtagswahl; die Kritik am Landesverband wächst.

  2. Ende September / Anfang Oktober 2026
    Vorgespräche beginnen

    Linke, Grüne und SPD starten Vorgespräche, aus denen Sondierungen werden sollen.

  3. 3. Oktober 2026
    Gespräche ohne Ergebnis

    Die Vorgespräche werden fortgesetzt, ein Ergebnis gibt es nicht.

  4. 7. Oktober 2026
    Wortgefecht in der ZDF-Sendung

    In Folge 2073 von „Markus Lanz“ streiten Lanz und Banaszak über die Berliner Linke.

Bedingungen für eine Zusammenarbeit

Banaszak formulierte Bedingungen für Koalitionsgespräche: Wer mit den Grünen verhandeln wolle, müsse wissen, wo er stehe. Eine Zusammenarbeit mit Antisemiten und Israel-Feinden schloss er aus. Den Vorwurf eines fehlenden moralischen Kompasses wies er zurück und nannte Sanktionen gegen parteiintern auffällige Personen als Maßstab dafür, wann die Linke für ihn regierungsfähig wäre.

In Berlin sollen aus den Vorgesprächen Sondierungen werden. Ob die Linke die verlangten Zusagen zu Antisemitismus, Polizei und Verfassungsschutz liefert, entscheidet darüber, ob Grüne und SPD in Koalitionsverhandlungen gehen – und ob Banaszaks Satz Bestand hat, dass es mit Antisemiten für ihn keine Zusammenarbeit gibt.

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