Rund zwei Wochen nach ihrem Wahlsieg steckt die Berliner Linke in einer blockierten Regierungsbildung. Grüne und SPD machen eine Verständigung über Antisemitismus und Clan-Kontakte zur Bedingung für Sondierungen – ein erstes fünfstündiges Treffen am 1. Oktober endete ohne Ergebnis.
Neuen Druck erzeugt der Kommentar von Fabian Schmidt-Ahmad in der Jungen Freiheit vom 4. Oktober. Der Autor sieht die radikale Linke und reaktionäre Muslime durch ein gemeinsames Ziel verbunden. Als Profiteure des „deutschen Islamogauchisme“ nennt er Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp und den Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak.
„Wächst in Berlin zusammen, was nicht zusammengehört? Die radikale Linke und reaktionäre Moslems trennt vieles – doch ein Ziel eint sie.“
Was bei der Neuköllner Wahlparty geschah
Auslöser ist der Wahlsieg vom 20. September: Die Linke wurde mit 25,7 Prozent stärkste Kraft im Berliner Abgeordnetenhaus. Die Auswertung nach Konfession zeigt, dass 51 Prozent der muslimischen Berliner die Linke wählten.
Bei der Wahlparty der Neuköllner Linken am 20. September waren nach Informationen der FAZ zu Clan-Kontakten und Islamismus der als Clan-Chef geltende Issa Remmo und der als PFLP-nah eingestufte Aktivist Ibrahim Ibrahim anwesend. Koçak ließ sich mit Ibrahim ablichten.
Von der Wahl am 20. September bis zum Kommentar vom 4. Oktober
- 20. September 2026Die Linke gewinnt Berlin
Die Partei wird mit 25,7 Prozent stärkste Kraft; laut Forschungsgruppe Wahlen wählen 51 Prozent der muslimischen Berliner die Linke.
- 20. September 2026Clan-Chef und PFLP-Aktivist auf der Wahlparty
Nach FAZ-Informationen sind Issa Remmo und Ibrahim Ibrahim bei der Feier der Neuköllner Linken anwesend.
- 25. September 2026Koçak gibt Innenausschuss-Sitz auf
Der Bundestagsabgeordnete reagiert damit auf Kritik an seiner Nähe zu kriminellen Clanstrukturen.
- 28. September 2026Eralp zeigt Dobrindt an
Sie wirft dem Bundesinnenminister üble Nachrede und Beleidigung vor.
- 29. September 2026Rote-Hilfe-Mitgliedschaft wird bekannt
Eralp war mehrere Jahre Mitglied der vom Verfassungsschutz beobachteten Organisation und trat 2025 aus.
- 1. Oktober 2026Vorgespräch endet ohne Verständigung
Linke, Grüne und SPD verhandeln fünf Stunden im „Haus der Statistik“.
- 4. Oktober 2026Junge Freiheit veröffentlicht den Kommentar
Fabian Schmidt-Ahmad schreibt über eine „unheilige Allianz der Linken mit dem Islam“.
Koçak gibt seinen Sitz im Innenausschuss ab
Kurz darauf geriet Koçak weiter unter Druck: Laut FAZ tauschte er sich in einem Instagram-Chat vertraulich mit Firas Remmo aus. Am 25. September gab der Bundestagsabgeordnete seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestags auf.
Eralp wies Verbindungen zur organisierten Kriminalität zurück und erklärte, Remmo sei zur Wahlparty nicht eingeladen gewesen. Der Tagesspiegel warf der Linken in einem Kommentar vor, sie streite ab, rede klein und lenke ab.
Eralp, die Rote Hilfe und eine Anzeige gegen Dobrindt
Am 29. September wurde bekannt, dass Eralp mehrere Jahre Mitglied der vom Verfassungsschutz beobachteten Roten Hilfe war. Sie trat 2025 aus.
Am 28. September erstattete Eralp Strafanzeige gegen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt wegen übler Nachrede und Beleidigung. Der scheidende Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) hatte seiner eigenen Partei bereits den Vorwurf der Islamismus-Einbindung gemacht.
„Ich habe kein Vertrauen, dass Elif Eralp diese antisemitischen Ausfälle in den Griff bekommt.“
Grüne und SPD machen Garantien zur Bedingung
Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner verlangt, dass Antisemiten und Personen mit Verbindungen zu organisierter Kriminalität oder Islamismus keine Regierung mittragen oder prägen dürfen. SPD und Grüne machen eine Einigung damit zur Grundvoraussetzung für Sondierungen. Schon kurz nach der Wahl hatte der Zentralrat der Juden die Warnung vor einer Koalition mit der Linken ausgesprochen.
Am 1. Oktober trafen sich Linke, Grüne und SPD fünf Stunden lang im „Haus der Statistik“; das Gespräch über Antisemitismus und organisierte Kriminalität endete ohne Verständigung. Am 3. Oktober setzten die Parteien die Vorgespräche fort. Offen ist, ob die Linke die geforderten Garantien liefert – und ob SPD und Grüne danach in Sondierungen eintreten.
