Merz spricht 45 Minuten mit SPD-Frauen über Schwesig
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Kanzleramt

Merz spricht 45 Minuten mit SPD-Frauen über Schwesig

Friedrich Merz hat weibliche SPD-Abgeordnete zu Eis und Apfelkuchen ins Kanzleramt geholt – ein Termin, der weder angekündigt noch bestätigt wurde. Als der Kanzler auf Manuela Schwesig zu sprechen kam, kippte die Stimmung. Eine Abgeordnete soll gar nicht erst gekommen sein.

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Eis und Apfelkuchen – und ein Streit über Manuela Schwesig. Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Montagnachmittag des 12. Oktober weibliche Abgeordnete der SPD-Bundestagsfraktion ins Kanzleramt eingeladen. Angekündigt war der Termin nicht, und offiziell bestätigt wurde er anschließend ebenfalls nicht.

Rund 45 Minuten dauerte das Gespräch mit den Abgeordneten. Öffentlich bekannt wurde es erst zwei Tage später, am 14. Oktober, durch den Bericht des stern über das frostige Treffen im Kanzleramt. Darin ist von einer Runde die Rede, in der die Stimmung kippte, als der Kanzler den Namen Schwesig nannte.

Merz wiederholt seine Vorwürfe

In dem Gespräch wiederholte Merz seinen Vorwurf an Schwesig im Landtagswahlkampf: Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern habe gegen ihn statt gegen die AfD agiert und die CDU aus dem Landtag gedrängt. Aus dem Austausch entwickelte sich nach den Schilderungen eine hitzige Diskussion.

Der Streit zwischen Kanzler und Landeschefin ist nicht neu. Schon Ende September war es beim Treffen der Ministerpräsidenten im Kanzleramt zu einem heftigen Wortwechsel gekommen. Merz warf Schwesig damals vor, die „demokratische Mitte zerstört“ zu haben. Sie ließ ihn stehen.

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Am Morgen trat Bärbel Bas zurück

Der Empfang fiel auf einen turbulenten Tag: Am Morgen war Arbeitsministerin und SPD-Co-Chefin Bärbel Bas zurückgetreten. Am selben Tag griff Manuela Schwesig Merz für seinen Umgang mit Bas an, wie der NDR über Schwesigs Abrechnung mit Merz berichtet. Nur Stunden später saß der Kanzler mit den SPD-Frauen bei Eis und Apfelkuchen zusammen.

Die Fronten sind älter als der Empfang. Bereits im SPD-Präsidium hatte Schwesig Merz frontal attackiert – in Schwesigs Attacke gegen Merz im SPD-Präsidium fiel der Satz, das Problem heiße Merz. Seither gilt das Verhältnis zwischen Kanzleramt und SPD-Spitze als angespannt.

Nur Frauen waren eingeladen

Umstritten war die Einladung, weil sie sich ausschließlich an Frauen aus der SPD-Fraktion richtete. Nicht alle weiblichen SPD-Abgeordneten kamen. Mindestens eine von ihnen soll die Einladung sogar ausgeschlagen haben.

Diese Ablehnung wird in den Berichten über das Treffen Nina Scheer zugeschrieben. Die SPD-Bundestagsabgeordnete soll dem Empfang ferngeblieben sein. Als Begründung wird sie mit diesen Worten zitiert:

„nicht das Eis des Kanzlers lecken“
Nina Scheer, SPD-Bundestagsabgeordnete

Das Kanzleramt hat den Empfang bislang nicht bestätigt. Offen ist, ob Merz weitere Runden dieser Art mit SPD-Abgeordneten plant – und ob beim nächsten Mal auch jene Frauen dabei sind, die diesmal fernblieben. Ein zweites Treffen bei Eis und Apfelkuchen wäre ein Test für die Koalition.