Bryan Adams empfiehlt Friedrich Merz den vorzeitigen Rücktritt
Bryan Adams (66) legt Friedrich Merz (70) den Rückzug nahe – und begründet das mit einem demokratischen Grundsatz. Sein neues Album enthält einen Song gegen Trumps Annexionspläne für Kanada.
Bryan Adams (66) hat Friedrich Merz (70) den Rückzug empfohlen. Der kanadische Rockstar sagte dem „stern“, der Kanzler sei kein besonders beliebter Regierungschef – und legte ihm nahe, das Feld zu räumen.
„Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass Friedrich Merz kein besonders beliebter Bundeskanzler ist.“
Bryan Adams, kanadischer Rockmusiker
Gehen, wenn man nicht mehr gewollt ist
Adams verpackt die Empfehlung in eine allgemeine Regel über Demokratie: Die Wähler könnten alle vier Jahre eine Regierung abwählen. „Wenn allerdings offensichtlich wird, dass man nicht mehr gewollt ist, sollte man auch wissen, wann es Zeit ist, zu gehen“, sagte er. „Man verbeugt sich, sagt vielen Dank und überlässt dem Nächsten das Feld. Viel Glück!“
Der Ton bleibt freundlich. Über Deutschland sagt der Musiker: „Es ist ein unglaublich freundliches Land, hier funktioniert alles. Na gut, die Züge könnten offenbar etwas pünktlicher sein.“
Absurd – und gerade deshalb ernst
Scharfe Worte findet Adams auch für Donald Trump. Der US-Präsident sage Dinge, „die derart absurd sind“ – und wer ihn deshalb für harmlos halte, irre sich.
„Er sagt Dinge, die derart absurd sind. Aber inzwischen haben wir gelernt, dass man seine Ideen umso ernster nehmen muss, je abwegiger sie klingen.“
Bryan Adams, kanadischer Rockmusiker
Hintergrund ist Trumps Werben um Kanada: Der Präsident hatte Annexionspläne für den nördlichen Nachbarn angedeutet. Adams hält dem entgegen: „Ich würde sagen, die überwältigende Mehrheit der Kanadier hat keinerlei Interesse daran, US-Amerikaner zu werden. Wir sind ein ganz anderes Land als die Vereinigten Staaten.“
Seine Antwort darauf ist ein Lied. „51st State“ erschien am 1. Juli 2026, dem kanadischen Nationalfeiertag Canada Day. Im Text heißt es: „Wenn du über mein Zuhause sprichst, zeig besser etwas Respekt … Los, belegt uns mit Zöllen / Aber wir werden niemals der 51. Bundesstaat sein.“
Kanada als Teil der EU?
Außenpolitisch geht Adams weiter als die meisten Kollegen: Eine politische Annäherung Kanadas an die EU und eine besondere Form der Mitgliedschaft begrüßt er ausdrücklich.
„Großartig! Ich glaube, wir könnten sehr voneinander profitieren und eine Menge voneinander lernen.“
Bryan Adams, kanadischer Rockmusiker
Der Vorstoß ist heikel: Trump hat der EU mit sehr hohen Zöllen oder einem Handelsstopp gedroht, falls sie Kanada entgegenkommt. Trumps Handelsdrohung gegen die EU wegen Kanada liegt erst wenige Wochen zurück.
Vom Canada Day zum Album
Der Song ist Teil eines Albums, das Adams selbst als Liebesbrief an Kanada beschreibt. „How's It Goin'“ erscheint am 6. November 2026 – die Ankündigung des neuen Albums How's It Goin' listet zwölf Songs auf seinem Label BAD Records.
Von der Single bis zur Veröffentlichung
1. Juli 2026
Protest-Song zum Canada Day
Bryan Adams veröffentlicht „51st State“ als Reaktion auf Trumps Annexionsdrohungen – passend zum kanadischen Nationalfeiertag.
September 2026
Album angekündigt
Adams kündigt „How's It Goin'“ an, beschreibt es als Liebesbrief an Kanada und spricht mit dem US-Magazin Ultimate Classic Rock über die Entstehung.
20. Oktober 2026
Erste Berichte
Erste Berichte über das stern-Interview erscheinen, unter anderem greift SWR3 die Aussagen zu Merz auf.
21. Oktober 2026
Interview erscheint
Der „stern“ veröffentlicht das Gespräch; RTL, t-online, dpa und teleschau greifen die Aussagen zu Merz, Trump und Kanada auf.
6. November 2026
Album erscheint
Geplante Veröffentlichung von „How's It Goin'“ mit zwölf Songs auf BAD Records.
Ein Album, ein Datum, eine offene Frage
Für die deutsche Debatte ist der Zeitpunkt bemerkenswert: Wenige Wochen zuvor hatte Merz selbst die USA zum Thema gemacht – Merz' Absage an die USA fiel mitten in den Berliner Wahlkampf.
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Am 6. November erscheint „How's It Goin'“ mit zwölf Songs. Offen ist, ob der Kanzler bis dahin auf die Rücktrittsempfehlung aus Kanada reagiert – und ob sie in der CDU-Zentrale überhaupt ankommt.