Hamas droht Israel über UN-Gesandten mit Angriff wie am 7. Oktober
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Gaza-Konflikt

Hamas droht Israel über UN-Gesandten mit Angriff wie am 7. Oktober

Über den UN-Gesandten Ramiz Alakbarov hat die Hamas Israel nach Darstellung von COGAT mitgeteilt, sie sei zu einem Angriff im Ausmaß des 7. Oktober 2023 bereit. Die Behörde bestätigte den Bericht – fünf Tage vor der Knesset-Wahl.

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Die Hamas hat Israel über einen UN-Vermittler wissen lassen, dass sie zu einem neuen Angriff im Ausmaß des 7. Oktober 2023 bereit sei – im eigenen Land, im Westjordanland oder im Ausland. Am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, übergab der UN-Nahostgesandte Ramiz Alakbarov diese Botschaft bei einem Treffen mit COGAT-Chef Generalmajor Yoram Halevy in Israel.

Die israelische Behörde COGAT bestätigte den Bericht über die beispiellose Hamas-Drohung. Das Dokument sei nach israelischer Darstellung umgehend an die politische und die Sicherheitsführung weitergeleitet worden. Ynet nannte die Warnung beispiellos.

Alakbarov hatte in der Woche vor dem Treffen im Gazastreifen mit führenden Hamas-Mitgliedern gesprochen. Am 15. Oktober sagte er dem UN-Sicherheitsrat in seiner Warnung vor einer Rückkehr des Krieges, das Risiko sei so hoch wie nie zuvor.

„Das Risiko einer Rückkehr zum Krieg war nie höher.“
Ramiz Alakbarov, UN-Nahostgesandter

Warum die Hamas jetzt droht

Als Gründe nennt Ynet die andauernden israelischen Militäreinsätze. Ein Jahr nach der Waffenruhe vom Oktober 2025 hält Israel weiterhin mehr als die Hälfte des Gazastreifens. Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor mit Katz' Drohung mit der Räumung von Gaza-Stadt samt einer Million Einwohnern für zusätzliche Spannung gesorgt.

Der zweite Auslöser aus Sicht der Hamas ist die Verschiebung der palästinensischen Wahl. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verschob per Dekret vom 9. Oktober 2026 die für den 28. November geplante Parlamentswahl auf den 11. September 2027. Wie ernst solche Signale genommen werden müssen, zeigt die Warnung der VAE vor dem 7. Oktober.

Von der Waffenruhe zur Drohung

  1. 7. Oktober 2023
    Massaker löst den Gaza-Krieg aus

    Hamas und andere extremistische Gruppen töten rund 1.200 Menschen in Israel und verschleppen mehr als 250 Geiseln.

  2. Oktober 2025
    Waffenruhe tritt in Kraft

    Israel hält danach weiterhin mehr als die Hälfte des Gazastreifens.

  3. 9. Oktober 2026
    Abbas verschiebt die Parlamentswahl

    Statt am 28. November 2026 soll nun am 11. September 2027 gewählt werden.

  4. 15. Oktober 2026
    Alakbarov warnt den Sicherheitsrat

    Der UN-Gesandte sagt, das Risiko einer Rückkehr zum Krieg sei nie höher gewesen.

  5. 21. Oktober 2026
    Drohbotschaft an COGAT-Chef Halevy

    Alakbarov übergibt die Warnung bei einem Treffen in Israel.

  6. 22. Oktober 2026
    Ynet veröffentlicht den Bericht

    COGAT bestätigt die Übermittlung, Eisenkot kritisiert die Regierung scharf.

  7. 27. Oktober 2026
    Knesset-Wahl in Israel

    Netanyahu und Katz hatten vor Angriffen vor oder während der Wahl gewarnt.

90 Millionen Schekel im Monat

Die Hamas steckt zugleich in einer schweren Finanzkrise. Für rund 30.000 Kräfte im Gazastreifen braucht sie nach israelischen Schätzungen etwa 90 Millionen Schekel monatlich – umgerechnet rund 29 Millionen Dollar. Pro Kopf sind das etwa 3.000 Schekel, knapp 970 Dollar.

Ob die Hamas nach drei Jahren Krieg überhaupt zu einer koordinierten Großattacke fähig ist, gilt als fraglich. Andere Berichte sehen die Organisation jedoch wieder bei bis zu 40.000 Kämpfern, deren Tunnelsystem weitgehend repariert sein soll.

Die Drohung schließt Ziele im Ausland ein. In Deutschland wirft die Bundesanwaltschaft sieben mutmaßlichen Hamas-Auslandsoperateuren vor, Waffen für einen Mordanschlag in Berlin beschafft zu haben; die Anklage gegen die Hamas-Waffenbeschaffer läuft seit September.

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Wahlkampf unter Drohung

Die Warnung fällt mitten in den israelischen Wahlkampf. Am 27. Oktober 2026 wählt das Land eine neue Knesset. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz hatten zuvor öffentlich vor möglichen Angriffen vor oder während der Wahl gewarnt.

Gadi Eisenkot, Parteichef von Yashar und früherer Generalstabschef, nutzte den Bericht am 22. Oktober für eine Abrechnung mit der Regierung: Sie habe die Legitimität gehabt, die Hamas zu zerschlagen, und die selbst gesetzten Kriegsziele dennoch fahrlässig verfehlt.

„Es gab nie eine andere Regierung in Israel, die so viel öffentliche und internationale Legitimität genoss, die Hamas zu zerschlagen. Es gab nie eine andere Regierung, die so systematisch und fahrlässig daran scheiterte, die selbst gesetzten Kriegsziele zu erreichen, und dabei die Errungenschaften der Kämpfer vor Ort verspielte.“
Gadi Eisenkot, Parteichef von Yashar und ehemaliger Generalstabschef

Bis zur Knesset-Wahl bleiben fünf Tage. Ob die Drohung aus dem Gazastreifen Israels Sicherheitskabinett zu zusätzlichen Maßnahmen zwingt oder im Wahlkampf verhallt, dürfte sich in dieser Woche entscheiden – und damit auch, ob die Waffenruhe von 2025 hält.