58 Prozent der Deutschen lehnen eine Brandmauer nach links ab
Bild: KI-generiert
Forsa-Umfrage

58 Prozent der Deutschen lehnen eine Brandmauer nach links ab

58 Prozent der Deutschen lehnen eine Brandmauer nach links ab, unter Ostdeutschen sind es 69 Prozent. Sogar Grünen-Anhänger (89 Prozent) und SPD-Anhänger (67 Prozent) stellen sich gegen die Abgrenzung, die CSU-Chef Söder seit dem 18. Oktober fordert.

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58 Prozent der Deutschen lehnen eine Brandmauer nach links ab, 36 Prozent befürworten sie, sechs Prozent äußern keine Meinung. Das ergibt eine repräsentative Forsa-Erhebung für „stern“ und RTL, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Auslöser ist ein Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder: Er verlangte am 18. Oktober beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn eine Abgrenzung nach links. Einen Tag zuvor hatten Linke, Grüne und SPD in Berlin beschlossen, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen.

Im Osten ist die Ablehnung besonders groß

In Ostdeutschland fällt die Ablehnung deutlich schärfer aus: 69 Prozent sind dort gegen eine Brandmauer nach links, nur 26 Prozent dafür. Für die repräsentative Erhebung befragte Forsa insgesamt 1008 Deutsche; die Fehlerquote liegt bei plus/minus drei Prozentpunkten.

Ablehnung einer Brandmauer nach links nach Gruppen

Anteil der Befragten, die eine Abgrenzung nach links ablehnen

Quelle: Forsa für stern/RTL, 1008 Befragte, Oktober 2026

Grünen-Anhänger lehnen zu 89 Prozent ab

Nach Parteianhängerschaft zerfällt das Bild. Grünen-Anhänger lehnen eine Brandmauer nach links zu 89 Prozent ab, SPD-Anhänger zu 67 Prozent. Bei CDU/CSU-Sympathisanten überwiegt mit 59 Prozent die Zustimmung, bei AfD-Anhängern mit 53 Prozent.

Damit steht die Union mit ihrer Forderung gegen die Anhänger der designierten Berliner Koalitionspartner – und gegen eine Mehrheit der Ostdeutschen. Innerhalb der eigenen Anhängerschaft trägt sie die Abgrenzung dagegen mehrheitlich mit.

Die Abgrenzungsdebatte ist älter als die aktuelle Erhebung. Schon im Sommer war die Brandmauer in der Bevölkerung umstritten, während die AfD ihren Vorsprung auf die Union ausbaute.

Söder will die Abgrenzung nach links

Söder sagte den Satz beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn; dort verabschiedete die JU einen Beschluss mit Sofortmaßnahmen gegen ein rot-grün-rotes Bündnis in Berlin. Über den Berliner Beschluss vom 17. Oktober sagte er: „Die rote Front, seit gestern steht sie und zwar offiziell.“

„Wenn man mal über eine Brandmauer redet, dann braucht es eher mal nach links eine.“
Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident und CSU-Chef

Berlin steuert auf Rot-Grün-Rot zu

Linke, Grüne und SPD wollen nach ihrem Beschluss vom 17. Oktober Koalitionsverhandlungen aufnehmen. In der Bevölkerung ist das Bündnis umstritten: Eine Mehrheit lehnt Rot-Grün-Rot in Berlin ab.

Für die Union bleibt die Lage zwiespältig: 59 Prozent Zustimmung bei den eigenen Anhängern stehen 58 Prozent Ablehnung in der Gesamtbevölkerung gegenüber. Ob Söder die Forderung nach dem Abschluss der Berliner Verhandlungen erneut vorträgt, ist offen.

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