Haftbefehl veröffentlicht zehn Tage nach Auszeit-Ankündigung neuen Song
Zehn Tage nach der angekündigten Auszeit veröffentlicht Haftbefehl „GEN 100“ mit Milonair – und rappt darin über Kokain. Sein Manager hatte der dpa zuvor eine Reha und eine ausstehende Nasen-Operation bestätigt.
Haftbefehl (40) ist zurück – zehn Tage nach der Ankündigung, er werde sich „für eine längere Zeit eine Auszeit“ nehmen. In der Nacht auf Freitag, den 30. Oktober 2026, stellte der Offenbacher Rapper zusammen mit dem Hamburger Milonair den rund zweiminütigen Track „GEN 100“ samt Musikvideo online.
Die Ankündigung stammt von seinem Manager. Erfan Bolourchi hatte der dpa am 20. Oktober bestätigt, Haftbefehl setze nach der Entlassung aus dem Krankenhaus seine Behandlung in einer Reha-Klinik fort. Zugleich kündigte Bolourchi die Auszeit an – und verwies darauf, dass eine Nasen-Operation noch aussteht.
Der Widerspruch fiel auf. Überregionale Medien griffen die Veröffentlichung am Freitag auf, darunter die FAZ in ihrem Bericht über den neuen Song. Eine Erklärung, wie der Track zur angekündigten Auszeit passt, lieferte die Veröffentlichung nicht.
Zwei Minuten für ein fremdes Album
„GEN 100“ ist keine Soloplatte, sondern eine Promo-Single. Der Track gehört zum Album „Miladair“ des Hamburgers Milonair, das am 13. November 2026 erscheinen soll. Milonair hatte die Single am 26. Oktober angekündigt. Produziert wurde sie von Yung Caine und Hykogan, das Video steht auf dem Kanal Milonair TV.
Auf YouTube trägt das Video einen Hinweis auf eine KI-Beteiligung. Für Haftbefehl ist der Auftritt ein Gastbeitrag in einem fremden Projekt – zwei Minuten, in denen er vor allem über sich selbst spricht.
„Ich bin kein Deutscher, nein, ich bin 069er.“
Haftbefehl, Rapper
Der Satz verortet ihn in Offenbach und Frankfurt, deren Vorwahl 069 er nennt. Er fällt in einem Track, der wenige Wochen nach einem Aufenthalt im künstlichen Koma erscheint. Seine Herkunft ist das eine Thema des Songs, sein Körper das andere.
Teufelsläuse in der Nase
Deutlicher wird die zweite Zeile. Haftbefehl rappt von Partys und von „Teufelsläusen“ in der Nase. Das ist eine Anspielung auf seinen Kokainkonsum – und der steht seit Wochen im Zentrum der Berichte über ihn. Das Schweizer Portal 20 Minuten ordnete die Zeile in seiner Einordnung der Teufelsläuse-Zeile direkt nach dem Rückfall in Zürich ein.
„Ich mach’ meistens Party, in der Nase hab’ ich Teufelsläuse“
Haftbefehl, Rapper
Offen über seine Sucht gesprochen hatte er schon früher. 2024 erschien die Netflix-Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“, in der er seinen Kokainkonsum und eine überstandene Überdosis thematisierte. Nun steht die Sucht wieder in einem Songtext – wenige Wochen nach dem Rückfall.
Ein Satz, der nicht von ihm stammt
Eine Formulierung aus den Berichten über seinen Zustand stammt nicht von Haftbefehl selbst: „unter ärztlicher Aufsicht“. Sie kommt von seinem Bruder Cem Anhan, der als Rapper Capo auftritt. Er teilte sie Mitte Oktober mit, als Haftbefehl seine Konzerte in Düsseldorf und Berlin absagte.
„Der Musiker befinde sich „unter ärztlicher Aufsicht“.“
Cem Anhan, Rapper „Capo“ und Bruder von Haftbefehl
Damit lag die öffentliche Einordnung seiner Gesundheit bei der Familie, nicht bei ihm selbst. Zu den abgesagten Auftritten in Düsseldorf und Berlin hatte sein Bruder die Begründung geliefert; Haftbefehl sagt letzte zwei Konzerte ab hieß es damals offiziell.
Vom Koma in die Reha-Klinik
Die Vorgeschichte reicht weiter zurück als zehn Tage. Anfang Oktober lag Haftbefehl nach einem lebensgefährlichen Kokain-Rückfall mehrere Tage im künstlichen Koma in einer Zürcher Klinik, wie die „Bild“-Zeitung berichtete.
Am 19. Oktober wurde bekannt, dass er das Spital verlassen konnte. Die Behandlung setzt er in einer Reha-Klinik in der Nähe von Zürich fort, deren genauer Ort geheim bleibt. Bereits im Juni hatte er aus gesundheitlichen Gründen eine Auftrittspause angekündigt; Haftbefehl nach künstlichem Koma wieder bei Bewusstsein war damals die Nachricht der Woche.
Von der Auftrittspause zum neuen Song
Juni 2026
Auftrittspause angekündigt
Haftbefehl sagt Auftritte aus gesundheitlichen Gründen ab.
Anfang Oktober 2026
Kokain-Rückfall und Koma
Nach einem lebensgefährlichen Rückfall liegt er mehrere Tage im künstlichen Koma in einer Zürcher Klinik.
Mitte Oktober 2026
Konzerte abgesagt
Düsseldorf und Berlin fallen aus. Sein Bruder Capo teilt mit, er stehe „unter ärztlicher Aufsicht“.
19. Oktober 2026
Spital verlassen
Haftbefehl wechselt in eine Reha-Klinik bei Zürich, deren Ort geheim bleibt.
20. Oktober 2026
Manager kündigt Auszeit an
Erfan Bolourchi bestätigt der dpa die Reha und eine noch ausstehende Nasen-Operation.
26. Oktober 2026
Single angekündigt
Milonair kündigt einen gemeinsamen Song für Freitag an.
30. Oktober 2026
„GEN 100“ erscheint
Der Track und ein Musikvideo gehen in der Nacht online.
Der 13. November bleibt der Termin
Für Milonair ist der Song die Vorab-Auskopplung seines Albums „Miladair“, das am 13. November erscheinen soll. Ob Haftbefehl zu diesem Termin weitere Beiträge liefert oder öffentlich auftritt, ist nicht bekannt. Bestätigt ist bislang nur die Reha.
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Bis zum 13. November wird sich zeigen, ob „GEN 100“ ein einzelner Gastbeitrag war oder der Beginn einer Rückkehr, die sein Management so nie angekündigt hat. Die Nasen-Operation steht weiter aus. Ein Termin dafür ist öffentlich nicht bekannt.