Bundesregierung gibt 5,84 Millionen Euro für Möbel und Dekoration aus
5,84 Millionen Euro hat die Bundesregierung in nicht einmal zwei Jahren für Möbel, Ausstattung und Dekoration ausgegeben. Die AfD spricht von „Wasser predigen und Schampus trinken“ – ausgelöst hat die Anfrage ein Strandkorb im Kanzleramt.
Für Möbel, Büroausstattung und Dekoration hat die Bundesregierung in nicht einmal zwei Jahren 5,84 Millionen Euro ausgegeben – das geht aus der Aufstellung der Ausgaben für Möbel und Büro-Dekorationen hervor. Der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner wirft der Koalition vor, mit Steuergeld prunkvolle Dienstzimmer zu finanzieren und den Bürgern zugleich Sparsamkeit zu predigen.
Den Anstoß gab eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion vom 2. Oktober 2026, eingebracht von Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion – die Kleine Anfrage zur Möblierung der Bundesministerien. Auslöser war die Strandkorb-Lieferung an Staatsminister Philipp Amthor in der ZDF-Doku „Inside CDU“.
Der Strandkorb ist inzwischen wieder aus dem Kanzleramt verschwunden – Amthors Strandkorb und die Kritik daran. Die Anfrage 21/8527 stellt zehn Fragen: zu Möbeln, Büroausstattung, Dekorationsgegenständen, Leitungsbüros, Entsorgung und Transport, externen Dienstleistern und privat eingebrachten Möbeln.
Gut 26.800 Euro im Justizministerium
Der AfD-Abgeordnete Maximilian Kneller rechnet die Posten einzeln vor: gut 26.800 Euro im Justizministerium, über 14.000 Euro im Digitalressort, fast 12.000 Euro im Landwirtschaftsministerium. Eine frühere Antwort der Regierung auf eine Kneller-Anfrage bezifferte die Neugestaltung von fünf Ministerdienstzimmern mit knapp 74.000 Euro.
Ausgaben für die Neugestaltung von Dienstzimmern je Ressort
Angaben des AfD-Abgeordneten Maximilian Kneller auf Basis einer Regierungsantwort
Quelle: Antwort der Bundesregierung auf eine AfD-Anfrage, Oktober 2026
In der Berichterstattung über die Antwort wird das Verteidigungsministerium von Boris Pistorius (SPD) mit Ausgaben in „hunderttausenden Euro“ für Büromöbel hervorgehoben. Kneller fasst seinen Vorwurf so zusammen: „Geld für den eigenen Komfort ist da, Transparenz und Sparsamkeit fehlen dagegen.“
Wasser predigen, Schampus trinken
Für Brandner ist die Summe ein Beleg für doppelte Maßstäbe: Die Regierung verlange von den Bürgern Sparsamkeit, gönne sich selbst aber repräsentative Ausstattung. Der AfD-Abgeordnete sagt:
„Ein klassischer Fall von Wasser predigen und Schampus trinken!“
Stephan Brandner, AfD-Bundestagsabgeordneter
AfD-Fraktionschefin Alice Weidel argumentiert grundsätzlicher und erinnert an die Haushaltsdisziplin: „Die Bundesregierung trägt Verantwortung für einen wirtschaftlichen und sparsamen Umgang mit Haushaltsmitteln.“ Die AfD sieht in den 5,84 Millionen Euro den Gegenbeweis.
Vom Strandkorb zur Millionensumme
Amthors Strandkorb war nur der Auslöser. In der Regierungspressekonferenz vom 28. September 2026 erklärte die Bundesregierung, der Staatsminister habe das Möbelstück privat gekauft und Anlieferung wie Aufbau selbst bezahlt; der Strandkorb werde wieder abtransportiert. Gut vier Wochen später summiert sich die Ausstattung aller Ressorts auf Millionen.
Vom Strandkorb zur 5,84-Millionen-Summe
28. September 2026
Regierung verteidigt Amthors Strandkorb
Die Bundesregierung erklärt, Amthor habe den Strandkorb privat gekauft und Anlieferung wie Aufbau selbst bezahlt; er werde wieder abtransportiert.
2. Oktober 2026
AfD reicht Kleine Anfrage 21/8527 ein
Weidel, Chrupalla und Fraktion fragen nach Möbeln, Ausstattung und Dekorationen in den Ministerien.
10. Oktober 2026
Knapp 74.000 Euro für fünf Dienstzimmer
Eine Antwort der Regierung auf eine Anfrage von Maximilian Kneller wird öffentlich.
20. Oktober 2026
Bundestag meldet die Anfrage
Die hib-Kurzmeldung 844/2026 greift die Kleine Anfrage 21/8527 auf.
30. Oktober 2026
5,84 Millionen Euro werden bekannt
Ein Exklusivbericht nennt die Gesamtsumme für Möbel, Ausstattung und Dekorationen in unter zwei Jahren.
Die AfD will Minister haften lassen
Die AfD-Fraktion hat bereits einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem Minister bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit persönlich haften sollen (AfD-Gesetzentwurf zur persönlichen Haftung von Ministern). Ob die 5,84 Millionen Euro nach Ressorts aufgeschlüsselt werden und ob daraus eine Bundestagsdebatte wird, ist offen.