Waldemar Hartmann erntet für Eralp-Post Rassismusvorwürfe
Bild: KI-generiert
Berliner Regierungsbildung

Waldemar Hartmann erntet für Eralp-Post Rassismusvorwürfe

Der frühere ARD-Sportmoderator Waldemar Hartmann schreibt, er habe „einfach ein Problem damit“, dass Elif Eralp Berlins Regierende Bürgermeisterin werden soll. CDU, Grüne und Linke werfen ihm Rassismus vor – ausgerechnet am Tag des Starts der Koalitionsverhandlungen.

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Der frühere ARD-Sportmoderator Waldemar Hartmann hat der Berliner Linken eine „Abhängigkeit von kriminellen Clans und islamistischen Terrororganisationen“ vorgeworfen. Zugleich schreibt er, er habe „einfach ein Problem damit“, dass die Wahlsiegerin Elif Eralp Regierende Bürgermeisterin der deutschen Hauptstadt werde.

Für diesen Post vom Montag wird der 78-Jährige quer durch die Parteien mit Rassismusvorwürfen konfrontiert. Die Kritik kommt aus der CDU, von den Grünen und aus der Linken selbst – die Kritik an Ex-ARD-Moderator Hartmann reicht bis in die Regierungsparteien.

X · @hartammann

Der Zeitpunkt ist heikel: Am selben Tag beginnen in Berlin die Koalitionsverhandlungen von Linken, Grünen und SPD.

Kritik von der CDU bis zur Linken

Am deutlichsten wird Serap Güler. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt lässt an ihrer Bewertung keinen Zweifel:

„Ohne Wenn und Aber blanker Rassismus.“
Serap Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt (CDU)

Güler steht nicht allein. Auch der CDA-Bundesvorsitzende Dennis Radtke, die frühere Linken-Vorsitzende Janine Wissler und die Grünen-Abgeordnete Ricarda Lang äußern sich kritisch über den Post.

Lang kommentiert auf Englisch, man solle den „leisen Teil“ nicht laut aussprechen. Sigmount Königsberg, Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde Berlin, antwortet mit zwei Worten: „So nicht.“

Ein 78-Jähriger, der für Nius schreibt

Hartmann ist 78 Jahre alt und lebte jahrzehntelang von der Fußballberichterstattung der ARD. Seit August 2023 arbeitet er als Kolumnist und Autor für das Portal „Nius“.

Einem Millionenpublikum ist er auch durch einen Eklat bekannt. Am 16. Oktober 2003 geriet er nach dem 0:0 der Nationalmannschaft gegen Island live im Fernsehen mit Teamchef Rudi Völler aneinander.

Völler sagte damals: „Ich kann diesen Käse nicht mehr hören.“ 23 Jahre später spricht Hartmann nicht mehr über Fußball, sondern über die Spitzenkandidatin der Berliner Linken.

Die Vorgeschichte in Daten

Die Debatte um Eralp läuft seit Wochen. Der Post vom Montag ist nur der jüngste Punkt einer längeren Entwicklung:

Von Völler bis zum Post vom Montag

  1. 16. Oktober 2003
    Völler fährt Hartmann an

    Nach dem 0:0 gegen Island sagt Rudi Völler live im Fernsehen: „Ich kann diesen Käse nicht mehr hören.“

  2. August 2023
    Hartmann wird Kolumnist bei Nius

    Der frühere ARD-Moderator schreibt fortan für das Portal „Nius“.

  3. bis 2025
    Eralp ist Mitglied der Roten Hilfe

    Die Mitgliedschaft in dem Verein, den der Verfassungsschutz dem Linksextremismus zurechnet, endet 2025.

  4. 20. September 2026
    Die Linke gewinnt die Wahl in Berlin

    Mit 25,7 Prozent wird sie stärkste Kraft, die Grünen kommen auf 14,3, die SPD auf 12,1 Prozent.

  5. 29. Oktober 2026
    Ein interner Vermerk wird publik

    Eralp wollte aus Sorge um ihre Familie eine deutliche Stellungnahme zu Ibrahim Ibrahim vermeiden.

  6. 1. November 2026
    Parteitag gibt Koalitionsverhandlungen frei

    Die Berliner Linke stimmt mit großer Mehrheit für Gespräche mit Grünen und SPD; Streitfragen zu Israel und Antisemitismus werden vertagt.

  7. 2. November 2026
    Hartmanns Post löst Rassismusvorwürfe aus

    Politiker mehrerer Parteien kritisieren den Satz über den Namen der Wahlsiegerin.

Ende Oktober war ein versehentlich übermittelter interner Vermerk publik geworden, wonach Eralp aus Sorge um ihre Familie eine deutliche Stellungnahme zu Ibrahim Ibrahim vermeiden wollte – Eralps Angst vor dem Palästina-Aktivisten Ibrahim.

Warum die Debatte Berlin trifft

Hintergrund ist die Regierungsbildung in der Hauptstadt. Bei der am 20. September 2026 wurde die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft, vor den Grünen mit 14,3 und der SPD mit 12,1 Prozent.

Stimmenanteile der drei Koalitionspartner in Berlin 2026

Ergebnis der Abgeordnetenhauswahl vom 20. September 2026

Quelle: Abgeordnetenhauswahl Berlin, 20. September 2026

Am Wochenende stimmte der Landesparteitag der Linken mit großer Mehrheit für Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SPD. Streitfragen zu Israel, Nahost und Antisemitismus wurden dabei vertagt.

Eralp selbst steht seit Wochen unter Druck. Bis 2025 gehörte sie der Roten Hilfe an, die der Verfassungsschutz dem Linksextremismus zurechnet; die Mitgliedschaft in der Roten Hilfe endete im vergangenen Jahr.

Verhandlungen beginnen, der Streit bleibt

An diesem Montag beginnen die Koalitionsverhandlungen von Linken, Grünen und SPD in Berlin – am selben Tag, an dem der Rassismusvorwurf gegen Hartmann die Schlagzeilen bestimmt.

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Ob die Verhandlungen davon berührt werden, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Die vertagten Streitfragen zu Israel und Antisemitismus stehen weiter auf der Tagesordnung.