Basis wirft Weidel Inkompetenz vor und warnt vor »Chaos«
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PolitikAfD-Zerwürfnis

Basis wirft Weidel Inkompetenz vor und warnt vor »Chaos«

Zwei Brandbriefe von der AfD-Basis werfen der Bundesvorsitzenden Alice Weidel Inkompetenz vor und warnen vor antidemokratischen Strukturen. Ein scheidender Abgeordneter spricht von „Säuberungsaktionen wie im Totalitarismus“ und sieht die Partei als „Gefahr für die freiheitlich demokratische Grundordnung“.

Brandbriefe erschüttern die AfD – Basis sieht „offensichtlich inkompetente“ Führung

Der scheidende AfD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Klos hat der Parteispitze um Alice Weidel offen Inkompetenz vorgeworfen und warnt vor „Chaos für Deutschland“, sollte die AfD an die Macht kommen. Einem Bericht des Nachrichtenmagazins FOCUS online zufolge hat Klos in einem internen Brandbrief „Säuberungsaktionen wie im Totalitarismus“ beklagt und die Führung scharf attackiert.

Wenn diese offensichtlich inkompetenten Personen eine Rolle in der Exekutive übernehmen, wäre ein Chaos für Deutschland die Folge.
Rüdiger Klos, scheidender AfD-Landtagsabgeordneter (Baden-Württemberg)

Klos, der seit 2016 im baden-württembergischen Landtag saß und bei der diesjährigen Wahl nicht mehr antrat, bezeichnet die AfD in seinem Schreiben zudem als „Gefahr für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung“. Viele Menschen wählten die Partei nicht aus Überzeugung, sondern nur wegen der Schwäche der etablierten Parteien, heißt es in dem Brief. Außerdem berichtet Klos von „antidemokratischen innerparteilichen Strukturen“.

Zweiter Brief: „Autokratische Funktionärspartei“ und Profiteure

Nur kurz nach Klos’ Brief erreichte die Parteiführung ein weiterer Brandbrief. Diesmal von Mitgliedern zweier Kreisverbände im Südwesten Deutschlands. Darin wird die AfD als „autokratische Funktionärspartei“ beschrieben, in der „wirtschaftlich Abhängige, Polithasardeure, willige Mitläufer und Profiteure“ den Kurs bestimmten. Beide Schreiben lagen dem Spiegel vor und wurden am Sonntag bekannt.

Der baden-württembergische AfD-Landesvorsitzende Markus Frohnmaier, der in Klos’ Brief persönlich angegriffen wurde, wies die Vorwürfe gegenüber dem Spiegel als „objektiv falsch“ zurück. Frohnmaier erklärte: „Ich bedauere, dass er aus persönlicher Verbitterung heraus öffentlich gegen seine ehemalige Partei agitiert.“

Klos hingegen hält dagegen: Der Vorstand um Weidel und den Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla habe die Landesgeschäftsstelle in Stuttgart „chaotisch“ hinterlassen. Wer sich der Führung nicht unterwerfe, werde Klos zufolge „mit fanatischem Hass verfolgt und geächtet“.

Ich bedauere, dass er aus persönlicher Verbitterung heraus öffentlich gegen seine ehemalige Partei agitiert.
Markus Frohnmaier, Landesvorsitzender der AfD Baden-Württemberg

Spaltung setzt AfD unter Druck

Die Brandbriefe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die AfD zwar in Umfragen stabil bei 20 bis 22 Prozent liegt, innerparteilich jedoch tiefe Gräben aufbrechen. Seit der Einstufung als gesichert rechtsextrem durch den Verfassungsschutz im Mai 2026 tobt ein Richtungsstreit zwischen radikalen Kräften und einem pragmatischeren Flügel, der auf Regierungsbeteiligung setzt. Alice Weidel selbst hat sich zu den Briefen bislang nicht öffentlich geäußert.

Offen bleibt, ob und wie die Parteigremien auf die Briefe reagieren werden. Klos’ Rücktritt aus dem Landtag ist bereits vollzogen – sein politisches Vermächtnis könnte nun ein erbitterter Machtkampf innerhalb der AfD sein, der die Geschlossenheit der Partei weiter gefährdet.

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