Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Bundestag
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Dobrindt feiert 51-Prozent-Rückgang – Experten nennen Aussage unseriös

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verkündet einen Rückgang illegaler Einreisen um 51 Prozent und spricht von einer wirkenden 'Migrationswende'. Eine große Mehrheit der Deutschen unterstützt das Ziel der Asylreduktion, doch Migrationsexperten widersprechen: Die Aussage sei unseriös – andere Faktoren wie EU-weite Trends und die Lage in Syrien spielten eine größere Rolle. Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan werden ausgeweitet.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht von einer erfolgreichen Migrationswende: Die Zahl illegaler Einreisen sei 2025 um 51 Prozent gesunken, wie er in der Regierungsbefragung des Bundestages verkündete. Verglichen mit 2023 beträgt der Rückgang sogar 66 Prozent. Doch Migrationsexperten widersprechen – sie nennen seine pauschale Aussage unseriös.

Die Migrationswende wirkt.
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Dobrindt führte den Rückgang auf seine Politik von „Kontrolle, Kurs und klare Kante“ zurück. Er kündigte an, Abschiebungen von Straftätern nach Syrien und Afghanistan fortzusetzen und verwies auf geplante „Return Hubs“ in Drittstaaten. Eine YouGov-Umfrage im Auftrag der dpa ergab, dass 53 Prozent der Deutschen das Ziel der Reduzierung der Asylzuwanderung „voll und ganz“ befürworten, weitere 23 Prozent „eher“.

Experten nennen Dobrindts Aussage unseriös

Der Migrationsforscher Marcus Engler vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) hält solche pauschalen Aussagen für unseriös. Es gebe keine seriösen Studien, die einen kausalen Zusammenhang zwischen einzelnen innenpolitischen Restriktionen und den rückläufigen Zahlen nachweisen könnten, sagte er dem ZDF.

Insofern sind solche pauschalen Aussagen einfach unseriös.
Marcus Engler, Migrationsforscher am DeZIMMehr Zitate von Marcus Engler →

Die Migrationsforscherin Birgit Glorius von der TU Chemnitz sieht die Maßnahmen als Symbolpolitik. Aber auch Symbolpolitik wirke, und zwar als Signal nach außen, so Glorius. Andere Faktoren wie EU-weite Trends, Abkommen mit Drittstaaten und die veränderte Sicherheitslage in Syrien spielten eine mindestens ebenso große Rolle.

Das ist Symbolpolitik – aber auch Symbolpolitik wirkt. Und zwar als Signal nach außen.
Birgit Glorius, Migrationsforscherin an der TU ChemnitzMehr Zitate von Birgit Glorius →

Abschiebungen und Return Hubs

Dobrindt betonte, dass seit Dezember auch nach Syrien und Afghanistan abgeschoben werde, Länder, in die zuvor nicht abgeschoben worden sei. „Straftäter haben kein Bleiberecht“, unterstrich er. Gleichzeitig arbeitet die Bundesregierung an der Einrichtung von Rückkehrzentren in Drittstaaten, um ausreisepflichtige Asylbewerber dorthin zu bringen, die nicht in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können.

Kritik kommt von Grünen und Linken. Sie bemängeln die Nichtaufnahme afghanischer Ortskräfte und die humanitäre Lage im Gazastreifen. Auch die geplanten Return Hubs stoßen auf Ablehnung, weil noch keine Staaten gefunden wurden, die solche Einrichtungen auf ihrem Territorium akzeptieren.

Sinkende Asylanträge – aber nicht nur wegen deutscher Politik

Die Zahl der Asyl-Erstanträge sank von Januar bis November 2025 auf 106.298 – ein Minus von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Doch Migrationsexperten verweisen auf einen allgemeinen EU-weiten Trend rückläufiger Asylzahlen. Zudem hätten Abkommen mit Drittstaaten wie der Türkei und die Beruhigung der Lage in einigen Herkunftsregionen dazu beigetragen.

Nur acht Prozent der Deutschen sehen bislang eine deutliche Kursänderung in der Migrationspolitik. 42 Prozent erkennen gar keine Änderung, wie die YouGov-Umfrage zeigt.

Dobrindt kündigte an, den Weg der Migrationswende konsequent weiterzugehen. Mit der im Januar in Kraft tretenden GEAS-Reform will die EU Asylverfahren an den Außengrenzen beschleunigen. Ob die Zahlen dauerhaft so niedrig bleiben, ist unter Experten umstritten. Der Minister selbst sagte: „Wir gehen diesen Weg der Migrationswende konsequent weiter.“

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