Medwedew schreddert Fotos von Merz, von der Leyen und Starmer
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PolitikKreml-Provokation

Medwedew schreddert Fotos von Merz, von der Leyen und Starmer

Mit einem KI-generierten Video zum russischen Nationalfeiertag hat Ex-Präsident Dmitri Medwedew erneut gegen westliche Spitzenpolitiker ausgeteilt. Sein digitales Ebenbild vernichtet Porträts des Bundeskanzlers, der EU-Kommissionschefin und des britischen Premiers – einen Tag nach scharfen diplomatischen Vorwürfen Moskaus gegen Berlin, Paris und London.

Es ist eine neue Stufe der rhetorischen Eskalation zwischen Moskau und dem Westen: Am russischen Nationalfeiertag veröffentlichte Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats, ein KI-generiertes Video auf X. Darin schiebt sein digitales Double nacheinander Fotos von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem britischen Premierminister Keir Starmer in einen Aktenvernichter.

Kein Feind kann das Wachstum und den Wohlstand unseres Vaterlandes aufhalten. Alles Gute zum Tag Russlands!
Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats

Die Veröffentlichung erfolgte keine 24 Stunden nach einem diplomatischen Eklat: Am Donnerstag hatten sich die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens in Moskau mit dem stellvertretenden russischen Außenminister Michail Galusin getroffen. Anschließend warf Moskau den drei Staaten eine „destruktive Politik" vor, mit der sie den Krieg in der Ukraine verlängern und faktisch einen „Krieg gegen Russland" führten.

Medwedew – Putins härteste Stimme gegen den Westen

Der 60-jährige Medwedew war von 2008 bis 2012 Präsident Russlands und anschließend bis 2020 Ministerpräsident. Heute gilt er als einer der engsten Vertrauten von Kreml-Chef Wladimir Putin. Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine hat er sich zur schärfsten Stimme des Regimes entwickelt – mit einer Serie immer drastischerer Drohungen gegen den Westen.

Erst im Januar hatte Medwedew die Entführung von Kanzler Merz als „hervorragende Wendung" bezeichnet. Zuvor drohte er mehrfach mit Atomschlägen gegen Europa und der völligen Auslöschung der Ukraine.

Bürger der EU-Länder, Sie sollten erkennen, dass Ihre Behörden einseitig einen Krieg mit Russland begonnen haben. Seien Sie also wachsam und lassen Sie sich von nichts überraschen. Der friedliche Schlaf ist vorbei.
Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats, Ende Mai 2026

Spott und Häme auf X

Die Reaktionen auf Medwedews KI-Video fielen überwiegend vernichtend aus. „Oh Gott, Dmitri hat wieder getrunken", kommentierte ein Nutzer. Ein anderer schrieb sarkastisch: „Russlands großer Sieg: Fotos schreddern und gleichzeitig um billige iranische Drohnen betteln, um die 'Sonderoperation' am Leben zu erhalten."

Oh Gott, Dmitri hat wieder getrunken.
Kommentar eines Nutzers auf X

Mehrere Kommentatoren verwiesen zudem auf die Ironie, dass Medwedew für seine Propaganda ausgerechnet auf KI-Technologie aus dem Westen zurückgreift. „Deshalb sind die Preise für Arbeitsspeicher gerade so hoch: Weil irgendein Russe zu betrunken ist, um ein normales Propagandavideo aufzunehmen, und deshalb KI einsetzen muss", hieß es, wie die Berliner Zeitung berichtet.

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Das Video ist kein isolierter Ausrutscher, sondern Teil einer systematischen Einschüchterungskampagne des Kremls. Seit Kriegsbeginn setzt Moskau gezielt auf hybride Kriegsführung – von Cyberangriffen über Desinformationskampagnen bis zu offenen Drohungen hochrangiger Funktionäre. Medwedews Schredder-Aktion reiht sich in diese Strategie ein: Sie soll Stärke demonstrieren, wo militärisch wenig vorzuweisen ist.

Ob die Bundesregierung auf die neuerliche Provokation reagieren wird, blieb zunächst offen. Der französische Botschafter Nicolas de Rivière hatte das Treffen mit Galusin am Donnerstag noch als „gutes Gespräch" bezeichnet und bekräftigt, dass Paris, Berlin und London weiter auf direkte Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau drängen – unter Beteiligung der USA und Europas. Medwedews Video dürfte diese diplomatischen Bemühungen nicht erleichtern.

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