SPD auf historischem Tiefststand
Elf Prozent – das ist der neue Tiefpunkt der ältesten Partei Deutschlands. Im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer des Meinungsforschungsinstituts Forsa stürzt die SPD auf einen historischen Negativwert ab und liegt nun gleichauf mit der Linken. Nie zuvor hatte Forsa eine niedrigere Zustimmung für die Sozialdemokraten gemessen – zuletzt stand die Partei im Dezember 2019 bei 11 Prozent.
Forsa-Trendbarometer Juni 2026
Sonntagsfrage: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre …
Die AfD bleibt mit 27 Prozent klar stärkste Kraft und baut ihren Vorsprung weiter aus. Die CDU/CSU kann sich um einen Punkt auf 22 Prozent verbessern, liegt aber weiter deutlich hinter der AfD. Die Grünen halten unverändert 15 Prozent, die FDP kommt auf 5 Prozent und das BSW auf 3 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 26 Prozent weit über dem Niveau der letzten Bundestagswahl.
Kompetenzzweifel: Nur 5 Prozent trauen SPD Problemlösung zu
Der Vertrauensverlust trifft die SPD auch bei der Frage nach politischer Kompetenz. Nur 5 Prozent der Befragten nennen die Partei, wenn es darum geht, wer am besten mit den Problemen in Deutschland fertig wird. Union und AfD liegen hier mit je 13 Prozent gleichauf an der Spitze, gefolgt von den Grünen mit 8 Prozent und der Linken mit 4 Prozent. 55 Prozent der Bürger trauen keiner Partei mehr zu, die Probleme des Landes zu lösen.
Zeitgleich hat sich die wirtschaftliche Stimmung massiv eingetrübt. 65 Prozent der Befragten erwarten eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage – der schlechteste Wert seit der Corona-Pandemie und dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Nur 13 Prozent rechnen mit einer Besserung. Die Regierungspartei SPD kann aus dieser Angst keinen Vorteil ziehen.
Klingbeils Zustimmung schwindet selbst im eigenen Lager
SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil verliert zusehends an Rückhalt. Kannten ihn im Herbst 2025 noch 36 bis 37 Prozent der Befragten und hielten das Land bei ihm in guten Händen, sind es inzwischen nur noch 28 Prozent. Selbst unter den SPD-Anhängern sank die Zustimmung von 65 auf 59 Prozent. Klingbeil ist zugleich Bundesfinanzminister und steht mit seiner Co-Vorsitzenden Bärbel Bas, die das Arbeitsministerium führt, im Zentrum der Kritik.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt auf magere 14 Prozent Zufriedenheit – 84 Prozent sind unzufrieden. Immerhin: Unter den Unionsanhängern halten sich Zufriedene und Unzufriedene mit 48 zu 49 Prozent annähernd die Waage. Bei den SPD-Anhängern liegt die Unzufriedenheit mit Merz bei 84 Prozent.
Die 11 Prozent für die SPD markieren den tiefsten jemals von Forsa gemessenen Wert. In einer parallel erhobenen GMS-Umfrage stand die Partei Anfang Juni ebenfalls bei nur 11 Prozent. Die Furcht vor der Einstelligkeit ist in der Parteizentrale längst angekommen. Für die SPD-Führung um Klingbeil und Bas wird die Zeit knapp, den Abwärtstrend vor der nächsten Bundestagswahl zu stoppen.





