59 Prozent der Deutschen fordern Neuwahlen – AfD zieht der Union davon
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PolitikINSA-Umfrage

59 Prozent der Deutschen fordern Neuwahlen – AfD zieht der Union davon

Sechs von zehn Bundesbürgern wollen den Bundestag auflösen und wünschen sich vorgezogene Neuwahlen. Die AfD liegt mit 27,5 Prozent klar vor der Union – und der Vorsprung wächst. Nur noch 25 Prozent halten am Regierungskurs von Kanzler Merz fest.

Die schwarz-rote Koalition hat das Vertrauen der Wähler verloren. Nur ein Jahr nach der Bundestagswahl 2025 wünschen sich 59 Prozent der Deutschen die Auflösung des Bundestags und vorgezogene Neuwahlen. Das zeigt eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts INSA unter 2.008 Wahlberechtigten, die zwischen dem 30. April und dem 4. Mai 2026 befragt wurden.

Lediglich 25 Prozent der Befragten lehnen Neuwahlen ab – ein verheerendes Zeugnis für die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz. Selbst unter den Anhängern der Unionsparteien spricht sich eine beachtliche Minderheit von 39 Prozent für den sofortigen Gang an die Urnen aus. Die Unzufriedenheit zieht sich durch alle Altersgruppen, Einkommensschichten und Regionen.

AfD mit historischem Vorsprung vor der Union

In derselben INSA-Sonntagsfrage vom 5. Mai erreichte die AfD 27,5 Prozent und lag damit 3,5 Punkte vor CDU/CSU (24 Prozent). Die SPD kam auf 13,5 Prozent, die Grünen auf 13 Prozent. FDP (4 Prozent) und BSW (3,5 Prozent) würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Auch die Linke kann mit 10,5 Prozent nicht an frühere Stärke anknüpfen.

Seither hat sich der Abstand weiter vergrößert. In der aktuellsten INSA-Erhebung vom 13. Juni steht die AfD bei 29 Prozent, die Union nur noch bei 22 Prozent – das ist der größte jemals in einer INSA-Befragung gemessene Vorsprung, wie WELT berichtet. Die schwarz-rote Koalition hat seit der Wahl 2025 rund ein Fünftel ihrer Wähler eingebüßt.

82 Prozent unzufrieden – Merz verliert das eigene Lager

Der Abwärtstrend wird durch eine YouGov-Umfrage von Anfang Mai unterstrichen: 82 Prozent der Bürger sind mit der Bundesregierung unzufrieden. Nur noch 15 Prozent bewerten die Amtsführung von Friedrich Merz als gut, 81 Prozent halten seine Arbeit für schlecht. Im April 2026 waren es immerhin noch 20 Prozent Zustimmung – ein Absturz um fünf Punkte in einem Monat.

Besonders schmerzhaft für den Kanzler: Selbst unter Unionswählern ist die Zustimmung eingebrochen. Nur noch 38 Prozent von ihnen finden, Merz mache einen guten Job – acht Punkte weniger als im Vormonat. Und 64 Prozent aller Befragten halten das Ausmaß der Kritik an Merz nicht für überzogen, wie Hermann Binkert in The European schreibt. Nur 22 Prozent sehen das anders.

Regierung ohne Ausweg – und ohne Mehrheit im Volk

Die Koalition weiß, dass sie als klarer Verlierer aus Neuwahlen hervorginge. Deshalb wird es trotz des massiven Drucks von der Straße kaum zu einer freiwilligen Auflösung des Bundestags kommen. 67 Prozent der Bürger glauben laut YouGov ohnehin, dass Schwarz-Rot eher schlecht zusammenarbeitet. Von einem „Neustart" ist die Regierung weit entfernt.

Ein zusätzliches Risiko droht aus Karlsruhe: Das Bundesverfassungsgericht prüft derzeit, ob die Bundestagswahl 2025 wegen des knappen Scheiterns des BSW an der Sperrklausel – nur 9.500 Stimmen fehlten – nachgezählt werden muss. Sollte das BSW nachträglich ins Parlament einziehen, hätte Schwarz-Rot keine Mehrheit mehr und wäre auf die Grünen angewiesen. Eine solche Kenia-Koalition würde die Regierungsarbeit noch schwieriger machen.

Die Frage ist, wie lange der öffentliche Druck noch steigt, bevor die Koalition unter der Last zerbricht. In einer weiteren INSA-Umfrage vom Mai 2026 hielten es bereits 38 Prozent der Deutschen für wahrscheinlich, dass die schwarz-rote Regierung noch in diesem Jahr auseinanderfällt. Unter AfD-Wählern glauben das sogar 69 Prozent. Die Uhr tickt – und die Koalition hat keine Antwort auf die Unzufriedenheit der Bürger.

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