Kallas’ Apartheid-Vergleich löst diplomatischen Bruch aus
Israel hat den direkten Draht zur EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas gekappt. Außenminister Gideon Sa’ar erklärte, er werde jeden Kontakt zu Kallas abbrechen, solange sie einen umstrittenen Vergleich nicht zurücknimmt. Wie die Deutsche Welle berichtete, reagierte er damit auf tagelanges Schweigen aus Brüssel.
Hintergrund ist ein Bericht des Portals Euractiv. Demnach soll Kallas bei einem Besuch in Mexiko die israelische Palästinenserpolitik mit der südafrikanischen Apartheid verglichen haben. Sie habe sich dabei auf einen Museumsbesuch in Johannesburg bezogen. Kallas hat den Vorwurf weder bestritten noch bestätigt.
Ich habe keine andere Wahl, als jeglichen Kontakt mit Frau Kallas abzubrechen, bis sie die Blutverleumdung zurücknimmt, die sie gegen den einzigen jüdischen Staat der Welt gerichtet hat, der auch die einzige Demokratie im Nahen Osten ist.Gideon Sa’ar, israelischer Außenminister
Sa’ar reagierte damit auf eine Woche andauerndes Schweigen aus Brüssel. Erst am selben Tag antwortete Kallas auf der Plattform X – ausweichend. Sie sprach von einer wertvollen Beziehung und ihrem Interesse an einem respektvollen Dialog, ohne auf den Apartheid-Vergleich einzugehen.
Lieber Gideon, wie du weißt, verbindet die EU und Israel viel. Ich schätze unseren Dialog und unser Engagement und bin offen, in diesem Geist respektvoll und konstruktiv fortzufahren.Kaja Kallas, EU-Außenbeauftragte
Eskalation und Hintergrund
Die Affäre verschärft die Spannungen zwischen der EU und Israel. EU-Botschafter Michael Mann versicherte, die Union betrachte Israel nicht als Apartheid-Staat. Doch hinter den Kulissen wächst die Kritik an Kallas’ Führung. Frankreich und Deutschland diskutieren bereits über eine Reform des Auswärtigen Dienstes.
Sa’ar zeigte sich von Kallas’ Antwort kaum beeindruckt. „Selbst in Ihren jetzigen Ausführungen vermeiden Sie es, das zu leugnen oder zu verurteilen, was Ihnen zugeschrieben wird. Das spricht für sich“, schrieb er zurück. Der Abbruch des Kontakts bleibt bis zur Klärung bestehen.
Offen ist, wie die EU reagieren wird. Der diplomatische Bruch gefährdet nicht nur die Beziehungen zu Israel, sondern könnte auch Kallas’ Position weiter schwächen. Beobachter erwarten in den kommenden Tagen neue Initiativen aus Paris und Berlin.





