46 Prozent für AfD und BSW: CDU-Regierung in Sachsen-Anhalt vor dem Aus
KI-Bild
PolitikLandtagswahl Sachsen-Anhalt

46 Prozent für AfD und BSW: CDU-Regierung in Sachsen-Anhalt vor dem Aus

Eine neue Umfrage sieht AfD und BSW bei einer gemeinsamen Mehrheit von 46 Prozent. CDU-Spitzenkandidat Schulze schließt beide als Koalitionspartner aus – ihm droht eine Minderheitsregierung.

AfD und BSW könnten CDU-geführte Regierung rechnerisch ablösen

Die regierende CDU in Sachsen-Anhalt steuert auf eine historische Niederlage zu. Laut einer INSA-Umfrage kommen AfD (41 Prozent) und BSW (5 Prozent) neun Wochen vor der Landtagswahl gemeinsam auf 46 Prozent der Stimmen – und damit auf eine rechnerische Mehrheit. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze fällt auf 23 Prozent, die bisherige Deutschland-Koalition mit SPD (6 Prozent) und FDP (4 Prozent) hat keine Chance auf Fortsetzung.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) legte in der Erhebung um einen Punkt zu und würde erstmals in den Magdeburger Landtag einziehen. Damit verändert sich die politische Arithmetik grundlegend: Verfehlen FDP und Grüne (ebenfalls 4 Prozent) die Fünf-Prozent-Hürde, reichen 46 Prozent für eine Mandatsmehrheit. CDU, SPD und Linke (13 Prozent) kämen zusammen nur auf 42 Prozent.

Schulze schließt Koalitionen mit AfD und Linker aus – doch in der CDU bröckelt die Brandmauer

CDU-Spitzenkandidat Schulze bekräftigte mehrfach, keine Minister von AfD oder Linkspartei ins Kabinett zu berufen. Ein Unvereinbarkeitsbeschluss von 2018 verbietet jegliche Zusammenarbeit mit beiden Parteien. Doch CDU-Vize André Schröder signalisierte Gesprächsbereitschaft für eine mögliche Tolerierung durch die Linke. „Eine Zusammenarbeit in Form einer Tolerierung ist etwas anderes als eine Koalition“, sagte er.

„Eine Zusammenarbeit in Form einer Tolerierung ist etwas anderes als eine Koalition.“
André Schröder (CDU-Vize Sachsen-Anhalt)

Die Linke um Spitzenkandidatin Eva von Angern zeigte sich offen für Gespräche, will eine mögliche Tolerierung aber eng mit den Mitgliedern abstimmen. Auch formal schließt die Linke eine Koalition mit der CDU aus, nicht zuletzt wegen des Unvereinbarkeitsbeschlusses der Christdemokraten.

BSW als Königsmacher – Partei setzt auf Wechselstimmung

BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze wertete die Umfrage als Bestätigung. „Nur mit dem BSW im Landtag gibt es eine Mehrheit zur Ablösung der CDU. Die AfD allein wird dies nicht schaffen“, sagte er. Zwar kommt die Partei bei Sachfragen wie Bildung oder Wirtschaft kaum über einstellige Kompetenzwerte hinaus, doch das Wählerpotenzial ist hoch: 19 Prozent der Befragten können sich grundsätzlich eine BSW-Stimme vorstellen.

„Nur mit dem BSW im Landtag gibt es eine Mehrheit zur Ablösung der CDU. Die AfD allein wird dies nicht schaffen.“
Thomas Schulze (BSW-Spitzenkandidat)

Gleichzeitig hat die Parteigründerin Sahra Wagenknecht angekündigt, dass sich ihre Partei bei der Wahl des Ministerpräsidenten in allen Wahlgängen enthalten werde. Sollte es im dritten Wahlgang eine einfache Mehrheit brauchen, könnte diese Taktik den AfD-Kandidaten begünstigen.

Absolute AfD-Mehrheit möglich – Unzufriedenheit mit Landesregierung wächst

Scheitern mehrere kleine Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde, könnte die AfD sogar eine absolute Mandatsmehrheit erlangen. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat die Alleinregierung zum Ziel erklärt. Laut Infratest dimap sind 62 Prozent der Befragten mit der Arbeit der CDU-geführten Regierung unzufrieden, das Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der CDU sank drastisch von 40 auf 18 Prozent.

Bei der Direktwahlfrage Ministerpräsident liegt Amtsinhaber Schulze mit 36 Prozent nur knapp vor Siegmund (32 Prozent). 32 Prozent sind unentschlossen. Die Landtagswahl am 6. September 2026 wird zur Richtungsentscheidung – mit offenem Ausgang.

Mehr aus

Politik