Burnham soll Labour aus der Krise führen
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PolitikStarmer wirft hin

Burnham soll Labour aus der Krise führen

Nach parteiinternem Aufstand und dem Triumph von Andy Burnham bei einer Nachwahl erklärt Premier Keir Starmer seinen Rücktritt. Labour muss nun in Rekordzeit einen neuen Vorsitzenden finden – Nigel Farage fordert Neuwahlen.

Der Druck aus den eigenen Reihen war zu groß: Am Montag, 22. Juni 2026, trat der britische Premierminister Keir Starmer vor die Tür von 10 Downing Street und erklärte seinen sofortigen Rücktritt als Labour-Vorsitzender. Er werde aber bis zur Wahl eines Nachfolgers geschäftsführend im Amt bleiben, um einen „geordneten Machtübergang“ zu gewährleisten.

Zuvor war der innerparteiliche Widerstand in einer dramatischen Woche eskaliert. Mehr als ein halbes Dutzend Kabinettsmitglieder hatte Starmer privat mitgeteilt, dass seine Zeit abgelaufen sei. Für den kommenden Dienstag drohte eine feindselige Kabinettssitzung. Den endgültigen Ausschlag gab der erdrutschartige Sieg des Labour-Rivalen Andy Burnham bei der Nachwahl in Makerfield am 18. Juni.

Burnham, der frühere Bürgermeister von Greater Manchester, besiegte dabei den Kandidaten der Reform UK-Partei Nigel Farages klar und zog ins Unterhaus ein. Für viele Labour-Abgeordnete war dies der Beweis, dass Burnham die seit Monaten sinkenden Umfragewerte der Partei wenden könnte. Labour lag in nationalen Umfragen zuletzt hinter Reform UK, und Starmers persönliche Beliebtheitswerte waren auf den niedrigsten Stand eines britischen Regierungschefs gefallen.

In seiner Rücktrittsrede räumte Starmer ein: „Jede Entscheidung, die ich getroffen habe, diente dazu, das Land, das ich liebe, an die erste Stelle zu setzen. Deshalb werde ich als Vorsitzender der Labour Party zurücktreten.“ Er akzeptiere, dass er nicht mehr die richtige Person sei, um die Partei in die nächste Parlamentswahl zu führen. König Charles III. sei bereits informiert, so Starmer.

Machtkampf und Neustart

Noch am selben Tag erklärte Andy Burnham offiziell seine Kandidatur für den Parteivorsitz. Das Führungsgremium der Labour-Partei beauftragte einen Zeitplan für die Neuwahl: Die Nominierungsfrist soll am 9. Juli beginnen und bis zum Beginn der parlamentarischen Sommerpause am 16. Juli enden. Bei einer Kampfabstimmung würde der neue Premier noch vor der Rückkehr des Parlaments im September feststehen.

Reform-UK-Chef Nigel Farage forderte umgehend eine Neuwahl. Das Volk müsse über den neuen Premierminister entscheiden, sagte er. Mit Starmers Abgang steuert Großbritannien auf den siebten Premierminister innerhalb eines Jahrzehnts zu.

Beobachter warnen, dass Burnham vor denselben enormen wirtschaftlichen Zwängen steht wie sein Vorgänger. Eingezwängt zwischen kritischen Anleihemarkt-Investoren und einer verärgerten Wählerschaft bleibt sein Handlungsspielraum eng. Wie die Associated Press berichtet, sind Burnhams politische Positionen jenseits allgemeiner Aussagen zur Senkung der Lebenshaltungskosten noch weitgehend unklar.

Die Labour-Partei steht vor einem riskanten Führungswechsel inmitten einer historischen Vertrauenskrise. Ob es Burnham gelingt, die Partei zu einen und die Rechtspopulisten von Reform UK zurückzudrängen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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