Rente mit 63 wird abgeschafft: Kommission empfiehlt Anhebung des Eintrittsalters
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Rente mit 63 wird abgeschafft: Kommission empfiehlt Anhebung des Eintrittsalters

Die Bundesregierung setzt alle Vorschläge der Rentenkommission um – gegen Widerstand von Opposition und Gewerkschaften. Die abschlagsfreie Frührente fällt weg, das Eintrittsalter steigt auf 68 Jahre bis 2045.

Abschaffung der Rente mit 63 und Anhebung des Eintrittsalters

Die schwarz-rote Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz setzt die Vorschläge der Rentenkommission eins zu eins um. Bereits am 23. Juni 2026 übergab das Gremium sein Paket mit 33 Empfehlungen – früher als geplant. Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) verkündeten, keines der Elemente abzulehnen. „Wir können es uns nicht erlauben, einzelne Maßnahmen herauszunehmen“, mahnte Merz.

Kern der Reform ist das „Zwei-zu-Eins-Modell“: Steigt die Lebenserwartung um ein Jahr, sollen acht Monate länger gearbeitet und vier Monate länger Rente bezogen werden. Bis 2045 würde das Renteneintrittsalter so auf etwa 68 Jahre klettern. Die abschlagsfreie „Rente mit 63“ nach 45 Beitragsjahren wird komplett gestrichen; der früheste Renteneintritt für langjährig Versicherte mit Abschlägen steigt von 63 auf 64 Jahre. Für Rentner und rentennahe Jahrgänge soll es Übergangsfristen geben.

„Wir wollen keine Revolution anzetteln.“
Constanze Janda, Vorsitzende der Rentenkommission

Weitere Bausteine: Neue Selbstständige werden pflichtversichert, für bestehende gibt es ein Wahlrecht. Die Beamtenversorgung wird an die gesetzliche Rente angeglichen – langfristig sollen alle Beamten einzahlen. Zudem führt die Koalition eine verpflichtende kapitalgedeckte Zusatzrente nach schwedischem Vorbild ein: Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen schrittweise je ein Prozent des Bruttolohns ein. Kinder des Jahrgangs 2020 erhalten rückwirkend ab 2026 monatlich zehn Euro in ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot.

Scharfe Kritik von Gewerkschaften und Opposition

Der Deutsche Gewerkschaftsbund lehnt die Kopplung des Eintrittsalters an die Lebenserwartung strikt ab. Die Linke sieht darin einen Rentenkürzungsplan. Co-Fraktionschef Sören Pellmann sprach von „bestellten Rentenkürzungen“. Ökonom Bernd Raffelhüschen kritisierte, die Reformen kämen zu spät und trügen Ost-West-Ungerechtigkeiten in sich. Tags zuvor hatte eine DIW-Studie berechnet, dass die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente Milliarden einsparen würde.

„Mit der Anhebung des Renteneintrittsalters und der Abschaffung der Rente für langjährig Versicherte liefert die Rentenkommission die von der Merz-Regierung bestellten Rentenkürzungen.“
Sören Pellmann, Co-Fraktionschef der Linken

Merz betonte, es werde keine Rentenkürzungen geben. Der fiktive Eckrentner erhält nach der Juli-Erhöhung 1.913,40 Euro brutto. Bas nannte das Paket ein „Gesamtkunstwerk“: Alles greife ineinander, Rosinenpicken sei unmöglich. Die Regierung will die Vorschläge zügig gesetzlich umsetzen. Merz mahnte, Nichtstun sei keine Option. Ein radikaler Umbauplan liegt auf dem Tisch.

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