Deutschlandweit Züge gestoppt – NRW-Minister spricht von neuem Tiefpunkt
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PolitikGSM-R-Störung

Deutschlandweit Züge gestoppt – NRW-Minister spricht von neuem Tiefpunkt

Nach einer bundesweiten Störung des Bahnfunks standen alle Züge still. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) kritisiert das Notfallmanagement der Deutschen Bahn scharf und fordert Konsequenzen.

Chronologie des Ausfalls

In der Nacht zum 24. Juni 2026 kam der gesamte Zugverkehr in Deutschland für rund zwei Stunden komplett zum Erliegen. Auslöser war eine Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM‑R, die die Deutsche Bahn zum bundesweiten Stopp aller Züge zwang. Wie die Associated Press berichtete, strandeten Zehntausende Reisende in Zügen und auf Bahnsteigen.

Gegen 22:30 Uhr brach das Kommunikationssystem zusammen, das für die gesamte Betriebskommunikation unverzichtbar ist. Weil das Lokpersonal nicht mehr mit den Fahrdienstleitungen sprechen konnte und Sicherheitswarnungen ausfielen, hielt die Bahn bundesweit alle Fern-, Regional-, Güter- und S‑Bahn‑Züge an. Erst nach knapp zwei Stunden gelang es den IT‑Fachleuten, den Funkverkehr über ein Notfallsystem zu stabilisieren. Gegen 0:30 Uhr setzten die ersten Züge wieder in Bewegung. Am Morgen lief der Verkehr weitgehend reibungslos, zu Verspätungen und einzelnen Ausfällen kam es dennoch.

Minister: „Das macht mich fassungslos“

Nordrhein‑Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) reagierte mit scharfer Kritik auf den Vorfall. Er zeigte sich fassungslos über das Ausmaß der Störung und das Notfallmanagement der Bahn. Es handele sich um einen technischen Defekt, für den allein die Deutsche Bahn verantwortlich sei, sagte er. Einen derartigen bundesweiten Ausfall habe es bislang nicht gegeben.

Das macht mich fassungslos. Dass durch einen technischen Defekt der komplette Bahnverkehr in Deutschland zum Erliegen kommt, ist ein neuer Tiefpunkt bei einer ohnehin schwachen Betriebsqualität.
Oliver Krischer (NRW-Verkehrsminister)

Krischer forderte eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls. „Es kann nicht sein, dass wegen des Ausfalls eines Systems Zehntausende Menschen die Nacht in Zügen und Bahnhöfen verbringen müssen“, sagte er. Die Bahn brauche dringend verbesserte Notfallmechanismen, um solche Situationen künftig zu vermeiden. Konsequenzen seien unausweichlich.

Bahn entschuldigt sich

Die Deutsche Bahn hat sich bei den Fahrgästen entschuldigt und organisierte Ersatzverkehr. Betroffene Reisende können Taxi‑ und Hotelgutscheine erhalten. Bahn‑Chefin Evelyn Palla erklärte in einem Interview mit der Bild‑Zeitung, dass der Zugverkehr nach der Stabilisierung über ein Notfallsystem wieder aufgenommen wurde. Hinweise auf einen Cyberangriff gebe es nicht; wahrscheinlich habe ein fehlerhaftes Software‑Update den Ausfall verursacht.

Am Morgen des 24. Juni lief der Bahnbetrieb nach Angaben des Unternehmens weitgehend reibungslos. Vereinzelt kam es noch zu Folgeverspätungen und Ausfällen. Reisende wurden gebeten, ihre Verbindungen vor Fahrtantritt zu prüfen.

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