Hitlergruß-Foto: Rücktrittsforderungen gegen AfD-Landeschef Martin Reichardt
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Hitlergruß-Foto: Rücktrittsforderungen gegen AfD-Landeschef Martin Reichardt

Ein Foto von 2020 zeigt den AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Reichardt mit ausgestrecktem linken Arm. Politische Gegner fordern nun seinen sofortigen Rücktritt.

Der Vorfall: Ein Foto sorgt für Empörung

Ein privates Foto aus dem Juni 2020 bringt den Landesvorsitzenden der AfD in Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, wenige Wochen vor der Landtagswahl in Bedrängnis. Die Aufnahme, entstanden auf dem Privatgrundstück eines Parteikollegen, zeigt Reichardt mit ausgestrecktem linken Arm. Vor ihm kniet der spätere AfD-Landtagskandidat Markus Motschmann, im Hintergrund ist der AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider zu sehen.

Zwei Augenzeugen bewerteten die Geste gegenüber dem Politikmagazin „Politico“ als Hitlergruß. Die Recherche wurde im Podcast „Inside AfD“ sowie zeitgleich von „Welt“ veröffentlicht und von zahlreichen Medien aufgegriffen.

Reichardt bestreitet: „Kein Hitlergruß, sondern Ritterschlag“

Reichardt wies die Vorwürfe entschieden zurück. In einer Bundestagsdebatte erklärte er: „Dieses Foto stellt keinen Hitlergruß dar. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie irgendwo einen Hitlergruß gezeigt.“ Die Unterstellung nannte er eine „pöbelhafte Unverschämtheit“.

Später schilderte Reichardt, es habe sich um einen „humoresken Ritterschlag“ für Motschmann gehandelt, der ihm damals seinen Mitgliedsantrag für die AfD überreicht habe. Die Aufnahme des Arztes in die Partei war vom damaligen Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen zweimal verhindert worden, was innerparteilich als Kompliment für die vermeintlich harte Haltung des Kandidaten gewertet worden sei.

Partei stellt sich hinter Reichardt

Die AfD Sachsen-Anhalt wies die Darstellung als Hitlergruß zurück. Ein Parteisprecher erklärte: „Die fragliche Geste war kein Hitlergruß, sondern ein angedeuteter Ritterschlag.“ An welche Worte in der fast sechs Jahre zurückliegenden Situation erinnert werde, sei nicht mehr bekannt. Die von „Politico“ kolportierte Aussage, es seien die Worte „Mein Führer“ gefallen, wies Motschmann ausdrücklich zurück.

Politische Gegner fordern Rücktritt

Der sachsen-anhaltische Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende Sven Schulze sagte: „Ein Hitlergruß ist ein Bekenntnis, kein Ausrutscher. Wer so etwas zeigt, hat in einem Parlament nichts verloren.“ Zugleich forderte er den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund auf: „Ausschluss, Rücktritt, klare Kante.“

Martin Reichardt muss von seinen Ämtern zurücktreten. Ein Hitlergruß ist kein Kavaliersdelikt.
Susan Sziborra-Seidlitz (Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt)

Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Susan Sziborra-Seidlitz, verlangte Reichardts sofortigen Rücktritt von allen Ämtern. Die Linken-Politikerin Eva von Angern zeigte sich entsetzt und betonte: „Dieser Gruß ist in Deutschland strafbar und steht wie kaum ein anderes Symbol für die Verbrechen des Nationalsozialismus, für Menschenverachtung, Antisemitismus und die Zerstörung der Demokratie.“

Wahlkampf in Sachsen-Anhalt heizt sich auf

Der Eklat fällt in die heiße Phase des Landtagswahlkampfs. Reichardt, der auch Mitglied im AfD-Bundesvorstand ist, steht damit im Zentrum einer Debatte, die weit über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen sorgt. Während die AfD den Vorgang als harmlose Geste darstellt, sehen die anderen Parteien darin eine bewusste Provokation und fordern personelle Konsequenzen.

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