46 zu 45 Prozent: Rot-Rot-Grün vor Mini-Mehrheit in MV
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46 zu 45 Prozent: Rot-Rot-Grün vor Mini-Mehrheit in MV

Eine neue Umfrage zehn Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeigt: Eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen könnte die Regierung bilden – mit einem Vorsprung von nur einem Prozentpunkt gegenüber AfD und CDU.

Hauchdünne Mehrheit für Rot-Rot-Grün

Nur ein Prozentpunkt trennt die Lager. Wenn am 20. September 2026 in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt würde, käme nach der aktuellen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen auf 46 Prozent. Die AfD (36 Prozent) und die CDU (9 Prozent) erreichten zusammen nur 45 Prozent – eine denkbar knappe Mehrheit für das rot-rot-grüne Bündnis.

Die Erhebung unter 1.167 Wahlberechtigten (2. bis 6. Juli) zeigt eine SPD unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei 29 Prozent – zwei Punkte mehr als im Mai. Die AfD hält unverändert 36 Prozent und bleibt stärkste Kraft. Die Linke verliert einen Punkt auf 12 Prozent, die CDU fällt auf 9 Prozent. Die Grünen legen um einen Punkt zu und erreichen mit 5 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag. FDP, BSW (4 Prozent) und andere Parteien scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.

Reaktionen der Spitzenkandidaten

Ministerpräsidentin Schwesig wertet die Zahlen als Rückenwind. „Das ist noch ein Weg, aber es ist gleichzeitig Motivation, die letzten Wochen vor der Wahl zu nutzen, um die Menschen zu überzeugen, dass unser Land stabil und verlässlich regiert werden kann“, sagte sie. AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm zeigte sich unzufrieden mit dem Abstand zur absoluten Mehrheit: „Es soll noch mehr werden und wir wollen die Alleinregierung. Jetzt geht der zweimonatige Wahlkampf ja erst los.“

Das ist noch ein Weg, aber es ist gleichzeitig Motivation, die letzten Wochen vor der Wahl zu nutzen, um die Menschen zu überzeugen, dass unser Land stabil und verlässlich regiert werden kann.
Manuela Schwesig (SPD)
Es soll noch mehr werden und wir wollen die Alleinregierung. Jetzt geht der zweimonatige Wahlkampf ja erst los.
Leif-Erik Holm (AfD)

Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Müller betonte die Bedeutung ihrer Partei für stabile Verhältnisse: „Mit uns gibt es Stabilität. Ohne uns wird es wackelig.“ Die Linken-Spitzenkandidatin Simone Oldenburg sah „ein starkes und motivierendes Ergebnis“ und den Anspruch auf einen sozialen Aufbruch. BSW-Landeschef Peter Schabbel kritisierte die Umfrage als „rot-rot-grüne Meinungsmache“ und zeigte sich überzeugt, am Wahltag in den Landtag einzuziehen.

Fehlertoleranz macht Ausgang ungewiss

Der Vorsprung von einem Prozentpunkt liegt innerhalb der statistischen Fehlertoleranz von zwei bis drei Punkten. Damit ist weder eine rot-rot-grüne Mehrheit sicher noch ein Scheitern des Bündnisses wahrscheinlich. Sollte das BSW doch noch über die Hürde kommen, verschieben sich die Kräfteverhältnisse erneut. Bereits eine frühere Insa-Umfrage vom Juni sah die AfD bei 35, die SPD bei 28 und die Grünen bei 4 Prozent.

Eine Dreierkoalition unter Führung der SPD wäre ein Novum in der Geschichte des Landes. Seit 2021 regiert Schwesig mit der Linken in einem rot-roten Bündnis. Ob es zu einem rot-rot-grünen Projekt kommt oder die AfD trotz Platz eins ohne Regierungsbeteiligung bleibt, ist völlig offen. Der Wahlkampf wird nun mit voller Härte geführt.

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