Philipp Amthor wird Bund-Länder-Staatsminister
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Kabinettsumbildung

Philipp Amthor wird Bund-Länder-Staatsminister

Bundeskanzler Merz entlässt den bisherigen Koordinator Michael Meister und befördert den erst 33-jährigen Philipp Amthor. Der Karrieresprung folgt auf den erzwungenen Rücktritt von Jens Spahn.

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Amthor steigt zum Staatsminister auf

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den bisherigen Bund-Länder-Koordinator Michael Meister entlassen und den 33-jährigen Philipp Amthor zu dessen Nachfolger ernannt. Amthor wird Staatsminister im Kanzleramt und übernimmt neben der Koordination mit den Ländern auch die Zuständigkeit für Staatsmodernisierung.

Er ist ein guter Politiker und Parlamentarier, aber auch ein hervorragender Jurist. Genau das braucht es an dieser Stelle bei diesen Themen.
Friedrich Merz (Bundeskanzler)

Merz betonte zudem Amthors exzellente Vernetzung. Der 33-Jährige sei schon jetzt in allen 16 Staatskanzleien bestens bekannt, so der Kanzler bei der Pressekonferenz im Garten des Bundeskanzleramts.

Er ist im Übrigen mit den Chefs der Staatskanzleien in allen 16 Bundesländern gut vernetzt.
Friedrich Merz (Bundeskanzler)

Meister muss nach Kritik aus den Ländern gehen

Michael Meister (CDU) hatte das Amt seit dem Regierungsantritt von Merz 2025 inne. Der 62-jährige Hesse galt als erfahrener Fachmann, doch in den Staatskanzleien wuchs der Unmut über zögerliche Absprachen. Das Scheitern der steuerfreien Entlastungsprämie im Bundesrat wird von manchen auf unzureichende Kommunikation zurückgeführt. Merz nannte keine konkreten Gründe für die Ablösung, dankte Meister aber als »jahrzehntelang erfahrenen Parlamentarier«.

Ich akzeptiere und respektiere die Entscheidung von Bundeskanzler Friedrich Merz. Ich wünsche der von ihm geführten Bundesregierung den für unser Land notwendigen Erfolg.
Michael Meister (Bisheriger Staatsminister)

Amthor: »Sehr verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgabe«

Amthor selbst zeigte sich dankbar. Gegenüber dem NDR sagte er:

Das Amt als Staatsminister beim Bundeskanzler ist eine sehr verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgabe, auf die ich mich sehr freue. Ich bin dankbar, dass ich meine bisherigen Themen der Staatsmodernisierung und fortan auch weitere wichtige Reformthemen in der neuen Aufgabe vorantreiben kann.
Philipp Amthor (CDU-Bundestagsabgeordneter)

Achterbahn-Karriere: Vom Lobby-Skandal ins Kanzleramt

Für Amthor bedeutet der Wechsel den vorläufigen Höhepunkt einer wechselvollen Laufbahn. 2017 zog er mit 24 Jahren in den Bundestag ein und machte sich rasch einen Namen als konservativer Jungstar. 2020 folgte der Karriereknick, als seine Lobbyarbeit für das Unternehmen Augustus Intelligence bekannt wurde. Amthor verzichtete daraufhin auf den CDU-Landesvorsitz in Mecklenburg-Vorpommern, arbeitete sich aber zurück. 2025 wurde er parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium, nun folgt der Aufstieg ins Kanzleramt.

Teil einer größeren Umbildung

Amthors Ernennung ist Teil einer Kabinettsumbildung, die durch den erzwungenen Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef ausgelöst wurde. Spahn war am 19. Juli zurückgetreten, nachdem seine Vaterschaft durch eine Leihmutter in den USA massive Kritik ausgelöst hatte. Neben Amthor rücken auch andere auf: Die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken wird erste Kanzleramtschefin, Carsten Linnemann übernimmt das Gesundheitsministerium und Thorsten Frei soll neuer Fraktionsvorsitzender der Union werden.

Bereits am Sonntag hatte Merz eine Kabinettsumbildung in Aussicht gestellt. Nun schafft er Fakten. Ob der Umbau reicht, um die Unruhe in der Koalition zu befrieden, wird sich am 29. Juli zeigen, wenn die Unionsfraktion Thorsten Frei zum neuen Vorsitzenden wählen soll. Auch die Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder wird erwartet.

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