CSU fällt bundesweit erstmals unter 5 Prozent – FDP kehrt über Sperrklausel zurück
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CSU fällt bundesweit erstmals unter 5 Prozent – FDP kehrt über Sperrklausel zurück

Im neuen INSA-Sonntagstrend erlebt die CSU einen historischen Tiefsturz: Erstmals liegt die Partei bundesweit unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP unter Wolfgang Kubicki schafft dagegen den Sprung zurück in den Bundestag.

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Die CSU ist in einer bundesweiten Umfrage erstmals unter die Fünf-Prozent-Hürde gefallen. Im neuen INSA-Sonntagstrend, der am 2. August 2026 veröffentlicht wurde, erreicht die Partei von Markus Söder nur noch einen Wert unter fünf Prozent. Parallel dazu schafft die FDP unter ihrem neuen Vorsitzenden Wolfgang Kubicki mit fünf Prozent den Sprung zurück über die Sperrklausel.

Die AfD bleibt mit 28 Prozent stärkste Kraft. CDU/CSU kommen auf 21 Prozent, die Grünen auf 14, die SPD auf 12 und die Linke auf 11 Prozent. Das BSW und die sonstigen Parteien liegen bei 4 beziehungsweise 5 Prozent. Die Daten basieren auf einer Befragung von 1.201 Personen zwischen dem 27. und 31. Juli; die Fehlertoleranz beträgt ± 2,9 Prozentpunkte.

INSA-Sonntagstrend vom 2. August 2026

Quelle: INSA, 1.201 Befragte

CSU: Historischer Tiefsturz – Falter zeigt sich alarmiert

INSA-Geschäftsführer Hermann Binkert erklärte, die CSU liege „seit vielen Wochen im INSA-Meinungstrend unter fünf Prozent“. Bei der letzten Bundestagswahl vor eineinhalb Jahren habe die Partei noch sechs Prozent erreicht. Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter von der Universität Mainz zeigte sich besorgt.

Zum einen rüttelt es am Selbstverständnis der starken, mächtigen CSU. Zum anderen droht ein Machtverlust auf Bundesebene.
Jürgen Falter, Politikwissenschaftler

CSU-Generalsekretär Martin Huber wies die Zahlen scharf zurück. Die Erhebung sei „nicht repräsentativ für Bayern“, da die Werte aus der bundesweiten Umfrage lediglich herausgerechnet worden seien. In Umfragen innerhalb Bayerns stehe die CSU stabil bei rund 37 Prozent. Allerdings beziehen sich diese Werte auf Landtagswahlen – bei der letzten Forsa-Umfrage zur Bundestagswahl im September 2025 gaben nur 33 Prozent der bayerischen Wähler an, für die CSU stimmen zu wollen.

Trotz des historischen Tiefs muss die CSU um ihren Wiedereinzug in den Bundestag nicht fürchten: Erringt eine Partei in mindestens drei Wahlkreisen die meisten Erststimmen, zieht sie auch unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde mit ihrem vollen Zweitstimmen-Proporz ins Parlament ein. Die CSU gewinnt in Bayern traditionell fast alle Direktmandate – der Weg nach Berlin bleibt gesichert.

FDP-Rückkehr: Kubicki führt Liberale aus dem Tief

Die FDP legte im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt auf fünf Prozent zu. Es ist das erste Mal seit dem 20. Januar 2025, dass die Liberalen im INSA-Trend wieder die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war die Partei nach dem Ende der Ampel-Koalition mit 4,3 Prozent aus dem Bundestag geflogen und rutschte danach in Umfragen zeitweise auf drei Prozent ab.

Seit Ende Mai führt der 74-jährige Wolfgang Kubicki die FDP. Unter seiner Führung zeigt die Partei nun auch bei anderen Instituten Aufwärtstrends: YouGov und Allensbach sehen die Liberalen bei mindestens fünf Prozent. INSA-Geschäftsführer Binkert bestätigt den positiven Trend für die Liberalen.

Umfrage
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Chronologie: Der Weg zur historischen Umfrage

Die Chronologie

  1. 20. Januar 2025
    FDP letztmals bei 5 %

    Die Liberalen erreichen das letzte Mal im INSA-Sonntagstrend die Fünf-Prozent-Marke.

  2. 23. Februar 2025
    Bundestagswahl: FDP scheitert

    Mit 4,3 Prozent fliegt die FDP aus dem Bundestag. Die CSU kommt bundesweit auf sechs Prozent.

  3. Ende Mai 2026
    Kubicki übernimmt FDP-Vorsitz

    Wolfgang Kubicki wird neuer Parteichef der Liberalen. Die Partei dümpelt bei rund drei Prozent.

  4. 27.–31. Juli 2026
    INSA befragt 1.201 Wahlberechtigte

    Die Erhebung für den aktuellen Sonntagstrend findet statt.

  5. 2. August 2026
    Historische Zäsur

    Die FDP steht bei fünf Prozent, die CSU fällt erstmals bundesweit unter die Fünf-Prozent-Hürde.

Schwarz-Rot am Abgrund: Nur noch 33 Prozent für Merz-Koalition

Für die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz sind die Zahlen ernüchternd. Union und SPD kommen zusammen nur noch auf 33 Prozent. Bereits in der Vorwoche hatte die Koalition ein Rekordtief erreicht. Da neun Prozent der Stimmen auf Parteien unterhalb der Sperrklausel entfallen, reichen derzeit 46 Prozent für eine Mehrheit. Rechnerisch möglich wäre eine Kenia-Koalition aus Union, SPD und Grünen mit 47 Prozent.

Die Skepsis in der Bevölkerung ist tief. Schon im Juni äußerten 77 Prozent Unzufriedenheit mit Merz. Laut einer separaten INSA-Erhebung vom 30. und 31. Juli erwarten zudem 65 Prozent der Bürger nicht, dass die Regierung in diesem Jahr wesentliche Reformen auf den Weg bringt, und 57 Prozent glauben nicht an ein Durchhalten der Koalition bis 2029.

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