Hoffmann attackiert AfD als „Moskaupuppenkiste“ und „Schande für das Haus“
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hat der AfD vorgeworfen, Befehle aus Moskau zu empfangen. Im Bundestag nannte er sie „Statisten Putins“ und eine Schande.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hat die AfD-Fraktion im Bundestag mit drastischen Worten attackiert. Er nannte die Partei eine „Moskaupuppenkiste“ und „eigentlich eine Schande für dieses Haus“. Die Rede war Teil der Aussprache zur Regierungserklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am 11. Juni 2026.
Hintergrund ist die Regierungserklärung von Merz zum bevorstehenden Treffen des Europäischen Rates am 18. und 19. Juni 2026 in Brüssel. Der Kanzler thematisierte die Lage in der Ukraine, den Nahen Osten und den nächsten EU-Finanzrahmen. Er sicherte der Ukraine weitere Hilfen zu, kündigte ein 21. Sanktionspaket gegen Russland an und lehnte neue EU-Schulden ab.
Hoffmann selbst begann seine Rede mit einem Appell für tiefgreifende Strukturreformen in Deutschland. Es reiche nicht, „ein bisschen die Risse zuzuschmieren“, mahnte er. Dann schwenkte er auf die Russland-Thematik und griff die AfD frontal an.
„Statisten Putins“ – der Kreml führt Regie
Statt in Brüssel oder Kiew zu verhandeln, reisten AfD-Politiker nach Russland, so Hoffmann. „Sie nehmen doch nicht die Rolle ein, die die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes von Ihnen erwarten, sondern Sie nehmen die Rolle ein, die Putin Ihnen zuschreibt“, warf er der Fraktion vor. Seine Empfehlung: ein Besuch bei der Nato-Brigade in Litauen und in der Ukraine, um denen zu danken, die „uns den russischen Bären vom Leib halten“.
„Sie sind Statisten Putins, und der Kreml führt Regie.“
Alexander Hoffmann, CSU-Landesgruppenchef
Als Beleg führte Hoffmann an, dass die AfD-Vertreter in Interviews zwar behaupteten, deutsche Interessen zu vertreten, tatsächlich aber nur über Gaslieferungen redeten. Das Thema Migration als Waffe, mit dem Russland Europa unter Druck setze, lasse sie unerwähnt.
Kein Einzelfall: Diese Vorwürfe sind nicht neu
Hoffmanns Attacke reiht sich in eine Serie scharfer Angriffe auf die AfD ein. Erst kürzlich hatte der Grünen-Abgeordnete Robin Wagener die AfD als „nützliche Idioten“ Putins bezeichnet. Und bei einem Wirtschaftsforum in Russland ließ sich Putin selbst mit AfD-Vertretern ablichten – was die CDU mit den Worten quittierte, die Teilnehmer seien „dumm“.
„Schande für dieses Haus“ – AfD kontert
Hoffmann selbst legte nach und zog einen historischen Vergleich: Die AfD sei „keine Alternative für dieses Land“. Mit dem Kunstbegriff „Moskaupuppenkiste“ brachte er seine Verachtung auf den Punkt und rief in den Plenarsaal: „Sie sind eigentlich eine Schande für dieses Haus.“
„Sie sollten keine Alternative für irgendjemanden sein, weil sie nichts anderes sind als die Moskauer Puppenkiste und eigentlich eine Schande für dieses Haus.“
Alexander Hoffmann, CSU-Landesgruppenchef
Die AfD-Co-Fraktionschefs Alice Weidel und Tino Chrupalla wiesen die Vorwürfe zurück. Weidel nannte Merz‘ Regierungserklärung einen „Abgesang eines Gescheiterten“ und warf der Koalition „Deindustrialisierung“ und „Rekordschulden“ vor. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) konterte, die AfD mache einen „Kniefall“ vor Putin – das sei kein Patriotismus, sondern „Verrat am Vaterland“.
Hoffmanns Worte fanden ein erhebliches Echo. Ein Facebook-Post mit Ausschnitten der Rede erzielte innerhalb weniger Wochen fast 4.000 Reaktionen und wurde mehr als 150-mal geteilt. In den Kommentaren wurde nicht nur über den Vorwurf der Russland-Hörigkeit gestritten, sondern auch an die eigene Rolle der Union bei Nord Stream 2 erinnert.