Barbakh-Aktivisten feierten auf Wahlparty der Neuköllner Linken
Bild: KI-generiert
Clan-Kontakte in Berlin

Barbakh-Aktivisten feierten auf Wahlparty der Neuköllner Linken

Auf der Wahlparty der Neuköllner Linken feierten am 20. September nicht nur Remmo-Clanchef Issa Remmo, sondern auch zwei Aktivisten des palästinensischen Barbakh-Clans. Für die Partei ist es der zweite Clan-Fall – mitten in den Sondierungen mit SPD und Grünen.

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Auf der Wahlparty der Neuköllner Linken am Wahlabend des 20. September hat nach dem Bericht des Tagesspiegel über weitere Clan-Gäste nicht nur der als Oberhaupt des Remmo-Clans geltende Issa Remmo gefeiert, sondern auch zwei Social-Media-Aktivisten des palästinensischen Barbakh-Clans.

Einer der beiden Aktivisten interviewte vor laufender Kamera den Neuköllner Linken-Spitzenkandidaten Ahmed Abed, Kreischefin Jorinde Schulz und den neu gewählten Bezirksverordneten Basem Said. Der zweite filmte Ibrahim Ibrahim vor der Bühne – ein Mann, der als Unterstützer der in der EU als Terrororganisation gelisteten Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) gilt und nach Angaben des Tagesspiegel das Existenzrecht Israels ablehnt.

Freiheit für Palästina vor laufender Kamera

Vor der Kamera stand auch Spitzenkandidat Ahmed Abed, ein Anwalt mit palästinensischen Wurzeln, der mit Unterstützung von SPD und Grünen Bezirksbürgermeister in Neukölln werden will. Kreischefin Jorinde Schulz sagte dem Aktivisten: „Wir stehen für ein freies Palästina – dafür kämpfen wir von Neukölln bis Palästina.“ Dem Tagesspiegel gegenüber erklärte sie lediglich, man habe am Wahlabend zum „phänomenalen“ Wahlerfolg viele Interviews gegeben.

„Wir wollen, dass die Menschen ‚Freiheit für Palästina‘ rufen können – ohne Probleme zu bekommen.“
Ahmed Abed, Linken-Spitzenkandidat in Neukölln

Der neu gewählte Bezirksverordnete Basem Said hatte am Wahltag den geteilten Aufruf zur „Wahlintifada“ verbreitet; er stammte von einem Gründer der als extremistisch eingestuften Initiative „Palästina spricht“. Danach schrieb Said: „Gott hat alles ermöglicht, damit wir erfolgreich sein konnten.“

Offen bleibt laut Tagesspiegel, ob Abed, Schulz und Said wussten, mit wem sie sprachen. Bei einem der beiden Aktivisten handelt es sich laut Bild-Recherchen um Ryad Aref, der sich selbst als „Palästina-Aktivist aus Gaza“ bezeichnet; er soll den Bürgermeister der israelischen Neuköllner Partnerstadt Bat Yam als „Völkermörder“ beschimpft und wiederholt an judenfeindlichen Demonstrationen teilgenommen haben.

Wer ist der Barbakh-Clan?

Die Großfamilie stammt aus Khan Yunis im Süden des Gazastreifens; ein Teil lebt schon länger in Berlin, viele Angehörige kamen laut Tagesspiegel aber erst ab 2024 aus dem Gazastreifen. Wie viele der vermutlich mehr als 300 Barbakhs in Berlin Asyl oder Duldung haben, ist unklar. Ermittler stufen eine zweistellige Zahl als sicherheitsrelevant ein – einige sollen bei Gaza-Demos mit Hamas-Erkennungszeichen aufgetreten sein und sich als „Al-Kassam-Jugend“ bezeichnet haben.

Vom Gazastreifen zur Wahlparty in Neukölln

  1. 2024
    Ankunft in Berlin

    Viele Angehörige der Familie fliehen aus Khan Yunis nach Deutschland, überwiegend nach Berlin.

  2. März 2025
    132 Personen als harter Kern gezählt

    Die Polizei kontrolliert am Hauptbahnhof ein 30-jähriges Familienmitglied mit mehr als 50.000 Euro Bargeld; sein Asylantrag war abgelehnt worden.

  3. Mai 2025
    Mehr als 400 Polizeivorgänge

    Nach B.Z.-Informationen sind knapp 20 Barbakhs als notorische Straftäter bekannt, unter anderem wegen Volksverhetzung und Kennzeichen einer terroristischen Organisation.

  4. 20. September 2026
    Wahlsieg und Wahlparty

    Die Linke holt in Neukölln 32 Prozent. Auf der Party des Bezirksverbands feiern Issa Remmo, Ibrahim Ibrahim und zwei Barbakh-Aktivisten mit.

  5. 29. September 2026
    Zweiter Clan-Fall wird bekannt

    Der Tagesspiegel berichtet von den zwei Barbakh-Aktivisten; Bild identifiziert einen von ihnen als Ryad Aref.

  6. 1. Oktober 2026
    Sondierungen beginnen

    SPD und Grüne treffen die Linke zu einem gemeinsamen Vorgespräch, das auch den Umgang mit Antisemitismus klären soll.

Anders als der seit Jahren mit organisierter Kriminalität verbundene Remmo-Clan fällt die Familie vor allem durch militanten Palästina-Aktivismus auf. Hema Barbakh erreicht mit seinem TikTok-Account rund 7,2 Millionen Follower; er soll 2024 bei einer Veranstaltung des damaligen Kultursenators Joe Chialo einen Mikrofonständer geworfen und eine Frau verletzt haben. Ein Barbakh-Aktivist filmte genau diesen Angriff. Laut Apollo News soll Mohammed Barbakh bereits mehr als 50-mal festgenommen worden sein.

Sondierungen unter Clan-Druck

Der GdP-Landeschef Stephan Weh warf der Linken vor, sie begehe „jeden zweiten Tag ein neues Foul gegen meine Kolleginnen und Kollegen“ und stehe „Kriminellen und Terrorunterstützern“ nahe. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak, selbst wegen Kontakten ins Remmo-Umfeld unter Druck, distanzierte sich „ausdrücklich“ von gewalt- oder terrorverherrlichenden Aussagen Ibrahims – von dessen Person aber nicht.

Die Sondierungsgespräche mit SPD und Grünen beginnen an diesem Donnerstag (1. Oktober) als gemeinsames Vorgespräch, das sich ausdrücklich auch mit Antisemitismus befassen soll. Sie fallen in die Woche der Berichte über weitere Clan-Kontakte der Linken. Die Linke war mit 25,7 Prozent berlinweit stärkste Kraft, in Neukölln holte sie 32 Prozent. Der Zentralrat der Juden hatte kurz nach der Wahl seine Warnung vor einer Koalition mit der Linken ausgesprochen.

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Für die Partei ist es der zweite Fall binnen neun Tagen: Nach Issa Remmos Auftritt auf der Wahlparty der Linken und den Chatkontakten Koçaks ins Remmo-Umfeld kommt nun der Barbakh-Fall dazu. Ob Distanzierungen reichen, ist offen. Am Donnerstag sitzen SPD und Grüne mit der Linken am Tisch; das Vorgespräch soll klären, wie die Partei mit Antisemitismus umgeht.