53 Prozent der Deutschen wollen weniger Geld für die Ukraine
Während Kanzler Merz in Kiew weitere Milliarden zusagt, will die Mehrheit der Deutschen die Ukraine-Hilfe kürzen: 53 Prozent fordern weniger Geld, nur neun Prozent mehr. In der Sonntagsfrage liegt die AfD bei 30 Prozent – Schwarz-Rot kommt zusammen nur auf 32.
53 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland wollen, dass der Bund die Ukraine finanziell weniger stark unterstützt. Nur neun Prozent verlangen höhere Zahlungen nach Kiew – dazwischen steht eine Bundesregierung, die erst Anfang Oktober in Kiew für genau diese Unterstützung geworben hat.
Der Befund stammt aus dem INSA-Meinungstrend, den das Institut INSA-CONSULERE am 13. Oktober veröffentlichte. Vom 9. bis 12. Oktober wurden dafür 2.006 Wahlberechtigte befragt, die maximale Fehlertoleranz liegt bei ±2,5 Prozentpunkten.
Nur neun Prozent wollen mehr Geld nach Kiew
23 Prozent der Befragten wollen die Zahlungen etwa gleich halten. Nur zwei Prozent der BSW-Wähler sprechen sich für mehr Geld aus, bei AfD- und Linken-Anhängern sind es je sieben Prozent. Der Wunsch nach Kürzungen ist bei BSW (78 Prozent) und AfD (77 Prozent) am größten, die höchste Zustimmung zu mehr Hilfe gibt es unter Grünen-Wählern (18 Prozent).
Die Mehrheit für geringere Ukraine-Hilfe fällt in eine Zeit, in der der Bund seit 2022 rund 100 Milliarden Euro für die Ukraine aufgebracht hat. Im ARD-Deutschlandtrend von Anfang September hielten gut 40 Prozent die militärische Unterstützung für überzogen – der höchste Wert seit Kriegsbeginn, in Ostdeutschland mehr als die Hälfte. In Sachsen-Anhalt steht der Ukraine-Antrag von AfD und BSW im Landtag zur Abstimmung.
Was die Deutschen mit der Ukraine-Hilfe machen wollen
Anteil der Befragten in Prozent
Quelle: INSA-Meinungstrend, 9.–12. Oktober 2026, 2.006 Befragte
AfD 30 Prozent, Schwarz-Rot nur 32
In derselben Erhebung kommt die AfD in der Sonntagsfrage auf 30 Prozent (-0,5). Die Union gewinnt einen Punkt auf 18,5 Prozent und verbucht damit den ersten Zuwachs der Union seit elf Wochen. Die SPD verliert einen Punkt auf 13,5 Prozent, die Grünen kommen auf 14 (-0,5), die Linke auf 10 (-0,5). FDP 4,5, BSW 3,5.
Schwarz-Rot kommt zusammen nur auf 32 Prozent – die AfD allein stellt 30 Prozent. Die AfD bleibt 11,5 Punkte vor der Union, für die Union bleibt es ein Rekordtief.
Sonntagsfrage: AfD doppelt so stark wie die Union
Werte in Prozent, Veränderung zur Vorwoche in Klammern
Quelle: INSA-Meinungstrend, 9.–12. Oktober 2026
60 Prozent erwarten ein weiteres Absinken der Union
Die Erwartungen an die kommenden zwölf Monate sind eindeutig: 52 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die AfD stärker wird. 60 Prozent erwarten ein weiteres Absinken der Union, 47 Prozent eines der SPD. Einen Niedergang der AfD erwarten nur 15 Prozent.
Für eine Mehrheit jenseits von Schwarz-Rot sieht INSA-Geschäftsführer Hermann Binkert derzeit nur eine wahrscheinliche Option.
„Eine Kenia-Koalition (CDU/CSU, Grüne, SPD) käme mit 46 Prozent auf eine parlamentarische Mehrheit und wäre derzeit die wahrscheinlichste Koalitionsoption.“
Hermann Binkert, Geschäftsführer INSA-CONSULERE
Merz hält in Kiew dagegen
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Anfang Oktober bei seinem Besuch in Kiew die deutsche Unterstützung bekräftigt und mit Sicherheitsinteressen begründet: „Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns.“
Umfrage
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Zwischen diesen beiden Positionen liegt der Streit: Die Regierung wirbt für weitere Milliarden, 53 Prozent der Befragten wollen weniger Geld nach Kiew. Ob Merz seine Linie gegen die Mehrheit im Land durchhält oder die Hilfen gekürzt werden, ist offen – wie stark der Druck bleibt, wird die nächste Erhebung zeigen.