Linke will in Berlin rund 220.000 Wohnungen vergesellschaften
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Vergesellschaftung

Linke will in Berlin rund 220.000 Wohnungen vergesellschaften

FOCUS-Kommentator Georg Meck wirft der Linken Vergesellschaftungsfantasien und einen Flirt mit „Judenhassern und Kriminellen“ vor. Einen Tag vor dem Berliner Landesparteitag prallen Dobrindts Enteignungsbremse und der Streit um Elif Eralp aufeinander.

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Einen Tag vor der Berliner Koalitionsentscheidung rechnet FOCUS-Kommentator Georg Meck mit der Linken ab. Sie träume „ungeniert ihre Vergesellschaftungsfantasien“, flirte mit „Judenhassern und Kriminellen“ und fürchte sich vor Kriminellen, statt sie zu bekämpfen.

Sein Kommentar zum gruseligen Erbe des Staatssozialismus erschien am Freitag in FOCUS 45/2026. Als Beleg führt Meck den Linken-Co-Vorsitzenden Luigi Pantisano an, der alle Grundbedürfnisse vergesellschaften will.

Der Kommentar fällt mitten in die Regierungsbildung in Berlin. Die Linke war aus der am 20. September als stärkste Kraft hervorgegangen, SPD und Grüne wollen mit ihr regieren.

Von der Wahl zur Koalitionsentscheidung

  1. 20. September 2026
    Linke wird stärkste Kraft in Berlin

    Bei der Abgeordnetenhauswahl liegt die Linke vor der regierenden CDU.

  2. 19. Oktober 2026
    SPD und Grüne stimmen für Verhandlungen

    Die Linke will über die Aufnahme erst auf einem Parteitag entscheiden.

  3. 25. Oktober 2026
    Dobrindt legt Eckpunkte vor

    Ein Investitionsschutzgesetz soll Vergesellschaftungen deutlich erschweren.

  4. 27. Oktober 2026
    Fraktionsvorstand distanziert sich von Emde

    Nach einem Gespräch gebe es weiter „keine gemeinsame Arbeitsgrundlage“.

  5. 29. Oktober 2026
    „Spiegel“-Bericht über Eralp

    Die Fraktionschefin äußert Angst um ihre Familie und reagiert mit einem Statement.

  6. 30. Oktober 2026
    FOCUS 45/2026 erscheint

    Georg Meck schreibt über das Erbe des Staatssozialismus.

  7. 31. Oktober 2026
    Landesparteitag soll entscheiden

    Die Berliner Linke stimmt über Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen ab.

Dobrindt will Enteignungen erschweren

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat am 25. Oktober Eckpunkte für ein Investitionsschutzgesetz vorgelegt. Nach Dobrindts Plänen für hohe Enteignungshürden sollen Vergesellschaftungen wie die in Berlin geplanten deutlich schwerer werden.

In Berlin will die Linke rund 220.000 Wohnungen in die öffentliche Hand holen – die Vergesellschaftung von 220.000 Wohnungen ist der Kern ihrer Regierungsforderung. Genau darauf zielt Dobrindts Vorstoß.

Pantisano erwartet, dass das Gesetz vor dem Bundesverfassungsgericht scheitert. Der Satz, an dem sich der Streit festmacht, stammt von ihm selbst:

„Wir wollen, dass alle Grundbedürfnisse, die die Menschen in dem Land haben, vergesellschaftet sind.“
Luigi Pantisano, Co-Vorsitzender der Linken

Eralps Angst überschattet die Koalitionsbildung

In Berlin hatten SPD und Grüne am 19. Oktober für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Linken gestimmt. Die Partei selbst entscheidet erst am Samstag, 31. Oktober, auf einem Landesparteitag.

Überschattet wird die Regierungsbildung von einem „Spiegel“-Bericht vom 29. Oktober. Darin heißt es, Fraktionschefin Elif Eralp habe in internen Anmerkungen Angst um ihre Familie geäußert, falls sie einen Hamas-Sympathisanten namentlich nenne.

Eralp reagierte mit einem Statement: „Ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen.“ Berlins SPD-Landeschef Steffen Krach verlangt von jedem Regierungspartner klare Kante: „Wer diese Stadt regieren will, muss Gefahren deutlich benennen und Berlin vor ihnen schützen.“

Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) sieht darin bereits das Aus für das Bündnis:

„SPD und Grüne müssen die Notbremse ziehen: Mit dieser Berliner Linken darf es keine Regierungskoalition geben.“
Thorsten Frei, Unionsfraktionschef (CDU)

Gegenwind auch aus den Grünen

Selbst bei den Grünen, die mit der Linken verhandeln wollen, wächst der Druck. Parteichefin Franziska Brantner sagte: „Ich finde es sehr nachvollziehbar, dass Elif Eralp Angst hat.“

Pantisano wehrt sich. Der Linken-Chef führt den Antisemitismus-Streit um seine Partei auf die Vergesellschaftungsdebatte zurück und nennt die Antisemitismus-Debatte eine Kampagne.

Schon Ende September hatte der Zentralrat der Juden vor einer Koalition mit der Linken gewarnt.

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Der Samstag entscheidet

In der Fraktion knirscht es seit Wochen. Am 27. Oktober stellte der Fraktionsvorstand nach einem Gespräch fest, es gebe weiter „keine gemeinsame Arbeitsgrundlage“ mit der Abgeordneten Vanessa Emde.

Am Samstag fällt die Entscheidung über Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen. Stimmt der Parteitag zu, muss die Linke erklären, wie sie mit dem Fall Eralp und der Vergesellschaftungsdebatte in einer Regierung umgeht. Stimmt er nicht zu, ist das Bündnis vorerst gescheitert.