Bei Tatverdächtigen mit deutscher Staatsangehörigkeit sind 90,4 Prozent der Opfer Deutsche
Die Antwort der Bundesregierung auf eine AfD-Anfrage zeigt: Bei Tatverdächtigen mit ausschließlich deutscher Staatsangehörigkeit waren 90,4 Prozent der Opfer Deutsche. Für Minderjährige nennt die Antwort Anteile nach Herkunft der Tatverdächtigen. Die Regierung schränkt die Aussagekraft der Zahlen selbst ein.
Bei Sexualstraftaten mit algerischen Tatverdächtigen waren 2025 alle registrierten minderjährigen Opfer Deutsche. Bei türkischen Tatverdächtigen hatten 81,6 Prozent der minderjährigen Opfer einen deutschen Pass, bei afghanischen 75,6 Prozent. Die Zahlen stammen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion.
Die Antwort liegt als Bundestagsdrucksache 21/8857 vor. Erfragt wurden Opfer und Tatverdächtige beim Schlüssel 111000 der Polizeilichen Kriminalstatistik – „Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschließlich mit Todesfolge“ – für das Berichtsjahr 2025.
Eingereicht wurde die Kleine Anfrage zu Opferzahlen des Schlüssels 111000 am 16. Oktober von den Abgeordneten um Christopher Drößler, mitunterzeichnet von Alice Weidel und Tino Chrupalla. Nach Paragraf 104 der Geschäftsordnung des Bundestags war eine Antwort binnen 14 Tagen fällig. Sie lag am 29./30. Oktober vor.
Bei Tatverdächtigen mit deutscher Staatsangehörigkeit sind 90,4 Prozent der Opfer Deutsche
Bei Tatverdächtigen mit ausschließlich deutscher Staatsangehörigkeit waren 7.066 von 7.817 Opfern Deutsche, also 90,4 Prozent. Die übrigen 751 Opfer (9,6 Prozent) hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Auf Fälle mit mindestens einem ausländischen Tatverdächtigen entfallen 38 Prozent der Delikte dieser Gruppe – bei einem Bevölkerungsanteil von knapp 17 Prozent. Rechnerisch ergibt das eine Überrepräsentation um den Faktor rund 2,3.
Nach Herkunftsland der Tatverdächtigen liegen die deutschen Opferanteile bei marokkanischen und algerischen Tatverdächtigen mit je 72,9 Prozent am höchsten, gefolgt von Kosovo mit 67,2 Prozent. Es folgen Türkei (62,3), Syrien (60,2), Afghanistan (56,7) und Irak (55,5 Prozent). Unter 50 Prozent liegen nur polnische, bulgarische, iranische und ukrainische Tatverdächtige.
Deutsche Opfer nach Herkunft der Tatverdächtigen 2025
Anteil deutscher Opfer bei Straftaten des PKS-Schlüssels 111000 in Prozent
Bei Minderjährigen lagen die deutschen Opferanteile nach Herkunftsland 2025 durchgängig bei mindestens 69,7 Prozent, wie die Auswertung der Opferzahlen nach Herkunftsland zeigt: Syrien 69,9, Irak 74,7, Afghanistan 75,6 und Türkei 81,6 Prozent. Bei algerischen Tatverdächtigen waren sämtliche registrierten minderjährigen Opfer Deutsche.
Der AfD-Abgeordnete Christopher Drößler, der die Anfrage eingereicht hat, deutet die Zahlen als Beleg für eine besondere Gefährdung von Kindern und Jugendlichen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik verknüpft Opfer und Tatverdächtige jedoch nicht direkt.
„Drößler formuliert seine Deutung so: „Insbesondere Minderjährige werden Opfer ausländischer Täter.““
Christopher Drößler, AfD-Bundestagsabgeordneter
In absoluten Zahlen: Bei syrischen Tatverdächtigen waren 451 von 749 Opfern Deutsche, bei türkischen 340 von 546, bei afghanischen 291 von 513 und bei irakischen 146 von 263.
Was die Statistik nicht hergibt
Die Bundesregierung schränkt in ihrer Antwort selbst ein: In der PKS existiere „keine Verknüpfung zwischen Opfern und Tatverdächtigen“. Zusammenhänge ließen sich nur über aufgeklärte Fälle herstellen. Doppelstaatler gelten statistisch als Deutsche, ein Migrationshintergrund wird nicht erfasst.
Drößler zieht aus den Zahlen eine politische Schlussfolgerung und sagt: „Migration ist ein Sicherheitsrisiko für Deutsche“.
„Drößler fordert: „Eine verantwortungsvolle Politik kommt um Remigrationsmaßnahmen nicht herum.““
Christopher Drößler, AfD-Bundestagsabgeordneter
Die Antwort der Bundesregierung enthält die Zahlen und den Hinweis auf die Grenzen der Statistik. Eine Verknüpfung von Opfer- und Tatverdächtigendaten, die durchgängige Aussagen über Tatzusammenhänge erlauben würde, sieht die PKS bislang nicht vor.