AfD bei 29 Prozent, Union stürzt ab
Der Abstand wird immer größer: Im neuen Insa-Sonntagstrend für die „Bild am Sonntag“ kommt die AfD unverändert auf 29 Prozent, CDU/CSU verlieren einen Punkt und fallen auf 21 Prozent. Das ist ein Vorsprung von acht Prozentpunkten – so deutlich lag die Rechtsaußenpartei laut WELT zuletzt am 9. Juni vorne. Die SPD legt um einen Punkt auf 13 Prozent zu, ebenso die Grünen (13 Prozent), die Linke bleibt bei 10 Prozent. FDP und BSW erreichen jeweils 4 Prozent und würden den Einzug in den Bundestag verpassen.
Die Zahlen fallen mitten in den AfD-Bundesparteitag in Erfurt, wo Alice Weidel und Tino Chrupalla am Samstag für weitere zwei Jahre als Vorsitzende bestätigt wurden. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) warnte unterdessen vor einer absoluten AfD-Mehrheit bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September.
Mehrheitsbildung ohne AfD kaum möglich
Die Umfragewerte machen klassische Regierungsbündnisse unmöglich. Selbst ein „Kenia“-Bündnis aus Union, SPD und Grünen käme nur auf 47 Prozent. Erst ein Viererbündnis unter Einbezug von FDP (51 Prozent) oder Linke (57 Prozent) würde eine Mehrheit bringen. Rechnerisch möglich wäre auch eine Koalition aus Union und AfD (50 Prozent) – doch die CDU/CSU schließt dies per Unvereinbarkeitsbeschluss aus.
Die Bevölkerung ist in der Brandmauer-Frage gespalten. In einer Zusatzerhebung von Insa finden 42 Prozent die Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD durch Union und SPD „eher richtig“, 39 Prozent halten sie für „eher falsch“. Ein AfD-Parteiverbot lehnen 45 Prozent ab, 40 Prozent befürworten es.
Pistorius warnt vor AfD-Mehrheit in Sachsen-Anhalt
Die AfD lässt keinen Zweifel daran, was sie mit unserer Demokratie vorhat. Von daher wäre das ein sehr, sehr schlechtes Zeichen.Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister
Pistorius warnte konkret vor der Weitergabe geheimer Bundeswehr-Informationen an die AfD und verwies auf die „nicht zu übersehende Nähe zu Putin“ sowie den Verdacht russischer Geldflüsse. Auch der Deutschlandtrend von Infratest dimap zeigt einen ähnlichen Trend: AfD 27 Prozent, Union 22 Prozent.
Die Union steht nun vor einem Dilemma: Ohne die AfD ist eine Regierungsbildung rechnerisch fast ausgeschlossen. Ob die Partei ihre strikte Ablehnung aufrechterhalten kann, wenn der Druck aus der Bevölkerung weiter steigt, bleibt eine der zentralen politischen Fragen der kommenden Monate.





