Frank Thelen: Millionenverlust durch politische Äußerungen
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Politische Äußerungen

Frank Thelen: Millionenverlust durch politische Äußerungen

Der Tech-Investor berichtet von Projektkündigungen in Millionenhöhe, nachdem er im Fernsehen die Energiepolitik der Grünen kritisiert hatte. Nun fordert er eine offene Debattenkultur und kritisiert die „Brandmauer“ scharf.

Frank Thelen, 50, beklagt massive finanzielle Einbußen durch seine politischen Stellungnahmen. „Ich habe durch meine politischen Äußerungen intensiven Gegenwind bekommen und ganz klar viele Millionen Euro dadurch verloren“, sagte der Tech-Investor im Interview mit der „BILD am SONNTAG“ vom 12. Juli 2026.

Ich habe mich zudem sehr stark gegen die Energiepolitik der Grünen geäußert, Debatten dazu im Fernsehen geführt, und daraufhin haben Kunden, Investoren, Kooperationspartner wirklich innerhalb von zwei, drei Tagen Projekte in Millionenhöhe gekündigt.
Frank Thelen

Der Bonner Unternehmer, CEO der Investmentgesellschaft Freigeist Capital, hatte zuvor in einem offenen Brief an Elon Musk den „rechtsextremen Nationalismus“ der AfD kritisiert und für eine neue Einwanderungspolitik plädiert. Seine konservative Haltung sei in der aktuellen politischen Landschaft jedoch nicht mehrheitsfähig, räumte er ein.

Thelen, der nach eigenen Angaben weder eine stark linke Regierung noch eine AfD-Regierung wünscht, könne die Verluste persönlich verschmerzen, andere aber nicht. Er sieht sich als Verfechter einer Politik, die Betriebe und Familien entlastet, statt sich in Nebenthemen zu verlieren.

„Die Brandmauer hat Deutschland geschadet“

Scharf kritisiert Thelen die politische Abgrenzungspraxis gegenüber der AfD: „Die Brandmauer hat Deutschland geschadet“, sagte er. Sie sei rein aus Verhandlungstaktik ein Fehler gewesen. Die Politik verliere sich in Nebenthemen, während Betriebe und Familien andere Sorgen hätten.

Zudem warnte Thelen, dass Deutschland bei den Wettbewerbsfaktoren Steuern, Energie und Bürokratie den Anschluss verliere. Die Regierung befasse sich mit Details, während Unternehmen unter hohen Belastungen litten.

Noch weniger nachsichtig ist der Unternehmer mit den Reformbemühungen der amtierenden Regierung aus CDU/CSU und SPD. Auf die Frage, ob die versprochenen Reformen nun da seien, entgegnete er: „Boah, also die Reformen sind jetzt da? Das sehe ich nicht so. Ich sehe überhaupt keinen echten Reformwillen.“ Die kompromissgetriebene Zusammenarbeit zweier Parteien mit unterschiedlichen Zielen bringe keine großen Schritte, so Thelen.

Offene Debatten statt wirtschaftlichem Druck

Trotz der finanziellen Rückschläge will Thelen nicht schweigen. Er fordert eine offenere Debattenkultur, in der politische Meinungen im demokratischen Spektrum ausgesprochen werden können, ohne dass sofort Geschäftsbeziehungen gekappt werden.

Wir müssten zu einer Kultur kommen, in der ich meine politische Meinung in einem demokratischen Spektrum sagen kann. (...) Wenn wir dieses breite politische Diskussionsspektrum nicht mehr zulassen, dann wird unser Land ärmer.
Frank Thelen

Thelen, bekannt als Investor aus der TV-Show „Die Höhle der Löwen“, betonte, er werde sich auch künftig politisch äußern: Andere könnten die Konsequenzen noch viel weniger tragen.

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