Sechsfachmord, Massenschlägerei, Schüsse: Stader ringen nach Gewaltwelle um Sicherheit
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Sicherheitsdebatte in Stade

Sechsfachmord, Massenschlägerei, Schüsse: Stader ringen nach Gewaltwelle um Sicherheit

Innerhalb weniger Wochen erschüttern mehrere Gewalttaten die Hansestadt. Anwohner fühlen sich zunehmend unsicher – die Polizei schickt jetzt die Bereitschaftspolizei in die Straßen, ab August soll ein Maßnahmenplan her.

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Chronologie der Gewalt

Es begann am 25. Juni mit einer Massenschlägerei im Altländer Viertel: Erst ein Streit um Schulden, dann attackierten Dutzende mit Ästen und Besenstielen Autos und Menschen. Nur vier Tage später tötete ein 45-Jähriger in einer Mutter-Kind-Einrichtung sechs Menschen – der bislang schwerste Vorfall. Am 5. Juli zog ein Fall häuslicher Gewalt 150 Schaulustige an, die den Polizeieinsatz behinderten. Und am 12. Juli fielen hinter einer Tankstelle erneut Schüsse, zwei Jugendliche wurden festgenommen.

Die Serie hat das Sicherheitsgefühl vieler Bürger tief verunsichert. Eine aktuelle Bestandsaufnahme zeigt: Besonders das Altländer Viertel gilt als Brennpunkt. Anwohner berichten von Müllbergen, Lärm bis tief in die Nacht und täglichen Polizeieinsätzen.

Die Unruhen sind schon besorgniserregend.
Günter Augustin, Anwohner aus Stade

Auch Irmgard Hebrank, die nicht im Viertel wohnt, bleibt abends lieber zuhause: „Das ist ein unangenehmes Gefühl.“ Vermieter klagen anonym, die Polizei komme bei Beschwerden oft gar nicht erst – oder es bleibe bei Ansprachen.

Polizei und Politik reagieren

Nach einem von Landrat Kai Seefried einberufenen Sicherheitsgipfel Anfang Juli setzt die Stadt auf massive Präsenz. Neben regulären Streifen rückt jetzt auch die Bereitschaftspolizei aus – mit gezielten Kontrollen am Bahnhof, in der Innenstadt und vor allem im Altländer Viertel. Stadtrat Carsten Brokelmann (parteilos) betont: „Die Polizei ist da und sie kümmert sich.“

Die Polizei ist da und sie kümmert sich.
Carsten Brokelmann, Stadtrat Stade (parteilos)

Die Polizei selbst warnt vor übertriebener Panik: Die Häufung sei auffällig, in der Statistik aber kein dauerhafter Anstieg erkennbar. „Es ist jetzt gerade auffällig, weil es zweimal hintereinander war, aber wir haben da immer schon solche Einsätze gehabt“, erklärt Rainer Bohmbach von der Polizeiinspektion Stade.

Brennpunkt Altländer Viertel – was kommt?

Stadt und Landkreis wollen nun tiefer einsteigen: Mietverhältnisse und Wohnsituation im Altländer Viertel sollen geprüft werden. Mieter berichten von desolaten Zuständen – teils ohne Heizung und warmes Wasser. Ab August, kurz vor den Kommunalwahlen, soll in Abstimmung mit Sozialamt und Polizei ein konkreter Maßnahmenplan erarbeitet werden. Ob die angekündigten Schritte das Vertrauen der Stader zurückbringen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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