Entertainer und Satiriker seien die ersten Ziele von Attacken in autokratischen Systemen – davon ist Bastian Pastewka überzeugt. In mehreren Interviews warnte der Komiker und Schauspieler vor einer schleichenden Gefährdung von Demokratie und Meinungsfreiheit.
Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und dem Magazin Galore diagnostizierte der 53-Jährige einen bereits „vollzogenen Rechtsruck" in Deutschland, auf den nun ein spürbarer „Rechtsdruck" folge. Die Demokratie bezeichnete er als „sehr fragil".
Rechtsextreme säen Misstrauen gegen ARD und ZDF
Als treibende Kraft hinter dem Druck machte Pastewka rechtsextreme Akteure aus. Sie zielten darauf ab, Institutionen wie die öffentlich-rechtlichen Sender pauschal zu diskreditieren. „Die Rechtsextremen suchen Anlässe, um Richtung ARD und ZDF ‚Staatsfunk!‘ zu rufen, haben aber keine Idee, was man besser machen kann. Sie wiegeln nur auf und schüren Hass", sagte er dem RND. Konstruktive Alternativen blieben sie schuldig.
Satire als erste Zielscheibe autoritärer Herrscher
Im Galore-Interview vertiefte Pastewka seine Analyse zur Rolle von Humor in Demokratien. „Da sind Entertainer und Satiriker das erste Ziel für Attacken, weil sie für eine selbstgewählte Meinung stehen", warnte er. Er verwies auf Donald Trump, der im Herbst 2025 versucht habe, die Late-Night-Shows von Jimmy Kimmel und Stephen Colbert abzusetzen. Viele Autokraten hielten sich selbst für humorvoll, ertrügen politische Satire aber nicht. Sie nähmen das komödiantisch Gesagte wörtlich, ohne die ironische Verabredung zwischen Bühne und Publikum zu verstehen. Comedy sei eine „Geheimsprache", in der sich Wahrheit verstecken und offenlegen lasse.
Autokraten haben schlicht keinen Humor.Bastian Pastewka (Komiker und Schauspieler)
Hoffnungsvoller Ausblick trotz Warnung
Die kritischen Geister sind die Ersten, die von autokratischen Regierungen und möglicherweise faschistoiden Systemen gecancelt werden. Aber meine Sorge ist kleiner als meine Hoffnung, dass wir diese Phase überwinden.Bastian Pastewka (Komiker und Schauspieler)
Trotz der düsteren Diagnose blickt Pastewka nicht fatalistisch in die Zukunft. Der Anlass der Interviews ist der Start seiner Murder-Mystery-Komödie „Fabian und die mörderische Hochzeit" am 6. Februar exklusiv bei Prime Video, in der er einen Hochstapler und unfreiwilligen Ermittler spielt. Die politische Aktualität seiner Warnung verleiht dem Film eine zusätzliche Resonanz.









